Ich liebe die Finnen! Seit ich in meiner Studienzeit einige Monate im Land der tausend Seen verbringen durfte, habe ich die etwas eigenwilligen Finnen wirklich ins Herz geschlossen. Die Landschaft ist einmalig und in den Weiten der finnischen Wildnis gibt es so einige tolle Tiere zu entdecken. Wer mit dem Auto durch das Land fährt, wird sich wundern, dass es ganz im Gegensatz zu unseren Gefilden im Norden besonders viele Schilder gibt, die auf die Gefahr von Elchen hinweisen. Wer Glück hat, kann im Vorbeifahren einen Blick auf die imposanten Tiere in den Wäldern erhaschen. Und je weiter es in den Norden Richtung Lappland geht, desto wahrscheinlicher ist die Sichtung eines Bären oder einer Rentier-Herde. Aber genug von Natur und Tieren, denn eigentlich möchte ich euch etwas ganz anderes erzählen.

Die finnische Fluggesellschaft Finnair überraschte zum UNO-Klimagipfel in diesem Jahr mit einer tolle Aktion. Das Unternehmen ist Vorreiter im Bezug auf Klimaschutz und bildet seine Mitarbeiter in Sachen Umweltbewusstsein aus. Mit neuen fortschrittlichen Flugzeugen und immer neuen Strategien zur Einsparung von Emissionen macht Finnair regelmäßig auf sich aufmerksam. Der neuste Marketing-Clou ist wirklich ein Highlight.

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Mit Frittenfett im Tank von Helsinki nach New York

Am 23. September startete ein Airbus A330 von Finnair ab Helsinki in Richtung New York. Soweit, so unspektakulär. Bemerkenswert war nur der Treibstoff, den der bestand zu einem großen Teil aus aufbereitetem Frittenfett. Gewonnen aus den Speiseöl-Resten aus Restaurants wird der Treibstoff zu einem sehr viel klimafreundlicheren Brennstoff.

Es ist nicht das erste Mal, dass Finnair Alternativen zum allgemein üblichen Kerosin sucht. Bereits seit dem Jahr 2011 testet die Airline umweltfreundlichere Brennstoffe. Allerdings rechnet sich die klimafreundlichere Variante bisher noch nicht.

Ihr fragt euch vielleicht, warum Finnair für diese PR-Aktion zum UNO-Klimagipfel nicht auf Biotreibstoff zurückgreift, der aus den üblichen Rohstoffen wie Zucker, Soja oder Mais gewonnen wird? Dafür hat das Unternehmen eine einfache Erklärung: Die Herstellung von Kraftstoffen aus Nahrungsmitteln sorgt für eine Erhöhung der Lebensmittelpreise. Dass diese aber stabil blieben, sei jedoch gerade in den Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern besonders wichtig. Deshalb setzten die Verantwortlichen bei Finnair bei dem Flug zum Klima-Gipfel der Vereinten Nationen auf Treibstoff aus Speiseöl.

Eine tolle Aktion, die darauf aufmerksam macht, dass es Zeit wird, sich intensive Gedanken über alternative Kraftstoffe zu machen. Wer hätte schon gedacht, dass das gebrauchte Frittierfett aus der Pommesbude nebenan noch einen so sinnvollen Nutzen haben kann!

Finnair fliegt mit Speiseöl