Echt, unverfälscht und ganz nah am Herzen Afrikas – das Farmleben in Namibia lässt sich auch als Urlauber erleben. Ich zeige euch, warum ihr bei eurem nächsten Namibiatrip auf jeden Fall ein paar Tage auf einer Gästefarm einplanen solltet…

Safari, Luxusurlaub in einer Lodge oder aufregender Roadtrip – die Angebote für Reisende in Namibia sind vielfältig. Dabei sollte ein Zwischenstopp auf einer Farm in jedem Fall auf eurer To-Do-Liste stehen. Einige Übernachtungen auf einer der zahlreichen Gästefarmen bringen euch das wunderschöne Land und seine offenen, freundlichen Bewohner noch näher. Darum nehme ich euch heute mit in die faszinierende Welt des Farmlebens in Namibia!

Faszination Farmleben

Fakten | Übernachten | Erleben | Traumziel Namibia

Namibia, Namib Naukluft Park, Sossusvlei
Foto: Jürgen Goetz

Fakten rund um das Farmleben in Namibia

Rund 4.000 kommerzielle Farmen werden in Namibia betrieben, 55-60% der Bevölkerung arbeiten in diesem Wirtschaftszweig. Während auf den Farmen im Süden Schaf- und Ziegenhaltung dominieren, werden die Weiden im Norden und im Zentrum des Landes tendenziell eher von Kühen abgeweidet. Doch wer sich nun kleine abgesteckte Weiden in der Nähe eines malerischen Bauernhauses ausmalt, der sollte seine Erwartungen hochschrauben. Tierhaltung wird in Namibia auf riesigen Flächen betrieben, die Farmen erstrecken sich nicht selten über 10.000 Hektar. Dabei wird auch im Sinne des Landes gehandelt. Denn so wird eine Überstrapazierung der Weidegründe vermieden und sie stehen den Tieren auch in den nächsten Jahren noch zur Verfügung. Eine Kuh beansprucht in Namibia somit rund 30 Hektar Platz. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 2 Kühe pro Hektar Weideland.

Lediglich 2% des Landes eignen sich überhaupt dafür, Feldfrüchte zu kultivieren. Dabei sind die Tafeltrauben, welche längs des Orange Rivers im äußersten Süden des Landes gedeihen, ein wachsendes kommerzielles Gut. Das heißt allerdings nicht, dass man auf den Farmen auf frisches Gemüse und Obst verzichten muss. Selbstversorgung ist ein großer Teil des Farmlebens in Namibia und reicht vom eigenen Gemüsegarten über die Eigenproduktion von Fleisch bis hin zur Montage neuer Stromquellen in Eigenregie. Denn die Wege sind lang und die Probleme oft schon gelöst, bevor ein Handwerker auch nur in die Nähe der Farm kommen kann.

Kühe, Farmleben in Namibia

Übernachten auf einer Gästefarm

Egal, ob ihr einen luxuriösen Urlaub in einer der zahlreichen Lodges gebucht habt oder ob ihr das Abenteuer Roadtrip auf eurer Bucketlist abhakt – eine oder auch mehrere Übernachtungen auf einer Gästefarm sollten zum festen Programm eines jeden Namibia Urlaubs zählen. Denn nirgendwo sonst könnt ihr so viel über Land und Leute erfahren. Das Erleben der ursprünglichen Nähe zur Natur mit ihrer Tiervielfalt lässt euch Namibia mit Sicherheit noch näher ans Herz wachsen. Doch nicht nur das Land hat seinen ganz eigenen Charme, auch die Leute, die es bewohnen, werdet ihr sicher lieb gewinnen. Oft können die Farmbewohner mit ganz neuen Blickwinkeln auf Namibia aufwarten, die euch ansonsten entgangen wären.

Farm landscape next to the C40-road
Foto: istock.com/GroblerduPreez

Bevor ihr euch jedoch in die Vielzahl von Anbietern stürzt, solltet ihr euch darüber klar werden, was ihr euch vom Farmleben in Namibia erwartet. Es gibt zum einen Gästefarmen, auf denen das Hauptaugenmerk auf der eigentlichen Farmarbeit liegt. Hilfe wird gerne angenommen, aber Zeit für ausgedehnte Touren mit den Besuchern bleibt kaum. Das heißt natürlich nicht, dass ansonsten nur das Verweilen auf der Farm bleibt. Obgleich es mit Sicherheit seinen ganz eigenen Reiz hat, einfach mal nur in der Mitte unberührter Landschaften die Seele baumeln zu lassen. Wandertouren, Reitausflüge oder Tierbeobachtungen sind eigentlich immer möglich. Ihr wollt doch lieber im farmeigenen Flugzeug über den nächsten Nationalpark geflogen werden? Kein Problem, denn manche Farmen haben sich darauf spezialisiert, ganz und gar für ihre Gäste da zu sein.

Das könnt ihr vom Farmleben in Namibia erwarten

Ganz gleich, für welchen Typ Farm ihr euch entscheidet: Familienanschluss gehört beim Farmleben in Namibia eigentlich immer dazu. Ihr bekommt eine ganz individuelle und persönliche Betreuung. Darunter fallen auch die gemeinsame Mahlzeiten, bei denen ihr die Produkte, welche die Farm produziert, ganz unverfälscht genießen könnt. Mit anderen Worten: Namibia kulinarisch erleben! Familienanschluss heißt allerdings auch, dass ihr euch auf das Farmleben in Namibia einlassen müsst. Denn auch Leben und Alltag sind hier nicht immer nur Idyll – sondern harte Arbeit. Dabei gilt für Besucher natürlich das Motto: Jeder kann, keiner muss mit anpacken. Auf ein entspanntes Braai am Abend könnt ihr euch dennoch auf jeden Fall freuen. Außerdem auf der Liste: Sonnenuntergänge, die garantiert keinen Filter nötig haben!

Sonnenuntergang, Farmleben in Namibia
Foto: Jürgen Goetz

Traumziel Namibia

Namibia fasziniert, soviel steht fest. Auf einer der zahlreichen Farmen des Landes könnt ihr euch aber nicht nur faszinieren lassen, sondern ein echter Teil der Familie werden und Erinnerungen mitnehmen, die auch euer Leben zuhause mit Sicherheit bereichern werden! Wenn ihr euch schon vor der Abfahrt über die Schönheit des afrikanischen Landes informieren wollt, dann könnt ihr das ganz einfach auf der Webseite des Namibia Tourism Board tun. Dort könnt ihr auch ein kostenloses Infopaket anfordern. Mein Tipp für alle Farmreisenden: Auf jeden Fall den Abschnitt zur Elektrizität lesen. Diese erzeugen die Farmen nämlich in Eigenregie, weshalb es zu einigen Besonderheiten kommt.

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