Nachdem dank des Flugbegleiter-Streiks am 27.10.2016 bereits 400 Flüge von Eurowings und Germanwings ausfielen, kündigte nun die Gewerkschaft ver.di für den heutigen Dienstag erneute Streiks an. In meinem Reisemagazin erfahrt ihr alle neuen Infos und Meldungen rund um den Streik.

Der Eurowings Streik Ende Oktober war eine Folge der Konflikte, die bereits seit Jahren zwischen UFO, ver.di und der Fluggesellschaft bestehen. Den Gewerkschaften geht es darum, die Arbeitsbedingungen und die Vergütung der Flugbegleiter von Eurowings, die nicht nach Lufthansa-Tarif bezahlt werden, zu verbessern. Trotz des von UFO ausgerufenen Streiks am 27.10., der bis zu 40.000 Passagiere betraf, kamen die beiden Verhandlungspartner bis zum heutigen Tag aber auf keinen gemeinsamen Nenner und die Verhandlungen scheiterten, sodass ein erneuter Streik der Flugbegleiter in naher Zukunft unausweichlich schien. Am gestrigen Abend rief nun die konkurrierende Gewerkschaft ver.di zu einem Streik an den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg auf. Der Streik, der am heutigen Dienstag, den 22.11.2016, um 5 Uhr morgens begann, soll bis 20 Uhr fortgeführt werden. 50 Kurz- und Mittelstreckenflüge wurden in Düsseldorf bereits gestrichen, 38 der 88 geplanten Flüge sollen aber dennoch stattfinden. Besonders ärgerlich für viele Reisende dürfte sein, dass nicht nur die Fluggäste von Eurowings/Germanwings starke Nerven beweisen müssen, sondern auch die des Mutterkonzerns Lufthansa, denn die Pilotenvereinigung Cockpit rief am gestrigen Abend zu einem Streik der Lufthansapiloten auf.

Eurowings Streik
Fluggästen stehen heute erneut Ausfälle bevor

Worum geht es bei dem Eurowings Streik überhaupt?

Das Kabinenpersonal von Eurowings/Germanwings fordert nun gemeinsam mit ver.di eine Anhebung der Gehälter um 7%. Da es im bisherigen Tarifstreit zu keiner Einigung kam, waren weitere Streiks bereits absehbar.

Die Airline Eurowings möchte auch weiter im hart umkämpften Segment der Billigflieger mitmischen. Aus diesem Grund sollen sogar mehrere Dutzend Flugzeuge von der Mitbewerber-Airline Air Berlin, die derzeit eine Umstrukturierung plant, angemietet und eingesetzt werden. Diese Ausweitung, und ganz besonders der hohe Konkurrenzdruck durch andere Billig-Airlines wie Ryanair, gehen auch immer wieder zu Lasten der Mitarbeiter von Eurowings.

Da es bis dato zu keiner einvernehmlichen Einigung im andauernden Tarifstreit kam, kündigte die Vereinigung UFO bereits Ende Oktober einen Arbeitskampf an: Am Donnerstag, den 27.10.2016, blieben so gut wie alle Flieger von Eurowings am Boden. Auch die danach geführten Schlichtungsgespräche brachten vorerst keine Einigung. Nun hat sich die seit Jahren konkurrierende Gewerkschaft ver.di ebenfalls eingeschaltet. Ob ihr von dem aktuellen Eurowings Streik betroffen seid, könnt ihr auf der Webseite der Airline überprüfen.

Eurowings Streik
Viele Eurowings Flieger bleiben am heutigen Dienstag wieder auf dem Boden. Foto: Eurowings

Diese Rechte habt ihr bei einem Streik

  • Sollte euer Flug wegen des Streiks gestrichen werden, habt ihr das Recht auf eine Alternativbeförderung. Eine Entschädigung oder Ausgleichszahlung steht euch erstmal nicht zu. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und darauf hingewiesen, dass es sich hier um außergewöhnliche Umstände handelt, die von der Fluggesellschaft nicht kontrolliert werden können.
  • Jeder Passagier hat ein Recht auf Mahlzeiten und Getränke. Der Zeitpunkt, ab dem sich die Airline kümmern muss, hängt unter anderem von der ursprünglich vorgesehenen Flugzeit ab. Wer also einen Langstreckenflug geplant hatte, wird später versorgt als diejenigen, die nur 1500 km weit fliegen sollten. So soll allen Passagieren ähnliche Aufmerksamkeit zuteil werden.
  • Jeder Passagier hat ein Recht, kostenlos zu telefonieren um seine Verspätung mitzuteilen oder seine folgenden Stunden zu organisieren.
  • Wenn der vorgesehene Flug auf den nächsten Tag verschoben wird, muss euch die Airline die Hotelunterbringung und den Transfer dorthin und zurück bezahlen. Sollte sich die Fluggesellschaft nicht ausreichend um euch kümmern ist es ratsam, alle Belege der zusätzlichen Ausgaben aufzubewahren und nachträglich in Rechnung zu stellen.
  • Erst wenn der Passagier nachweisen kann, dass sich die Airline nicht ausreichend um Alternativen für ihre Fluggäste gekümmert hat, besteht im Einzelfall ein Anspruch auf Entschädigung.
  • Mehr zu Fluggastrechten lest ihr hier.
Was haltet ihr von den Streiks bei den Airlines? Seid ihr genervt oder habt ihr Verständnis?

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