Hunderte Meter über dem Abgrund balancierend zwischen zwei Wolkenkratzern – da fühlt sich Nik Wallenda offensichtlich ganz besonders wohl. Erst gestern marschierte der furchtlose Amerikaner zwischen zwei der höchsten Gebäude Chicagos ohne Seil und Sicherheitsnetz mehr als 130 Meter auf einem knapp 2 cm dicken Stahlseil über der Stadt. Ausgerechnet in Chicago, das seinen Namen „Windy City“ nicht ohne Grund trägt, balancierte der Extremsportler rund 6 Minuten über das Seil. Knapp 25 Meter Höhenunterschied musste er dabei überwinden und das alles bei Wind und mäßigen Temperaturen. Doch damit nicht genug – nachdem die erste Etappe geschafft war, versuchte er sich direkt im Anschluss auch noch an einer weiteren kurzen Strecke. Diesmal aber mit einer Augenbinde. Völlig blind tänzelte Nik also noch einmal rund eine Minute nur mit einem Balance-Stab bewaffnet über den Abgrund. Und winkte danach glücklich den bangen Zuschauern zu.

DAVID BANKS / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP
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Ohne Seil und doppelten Boden über Chicago

Eine hohe Einschaltquote war dem übertragenden Sender Discovery gewiss. Schon zwei weitere waghalsige Balanceakte in den vergangenen Jahren schauten sich jeweils mehr als 13 Millionen Zuschauer an. Zuerst balancierte er 2012 über die Niagarafälle und ein Jahr später dann über einen Seitenarm des weltbekannten Grand Canyon.

Auf seiner eigenen Webseite konnten User alle Vorbereitungen bis zum großen Walk mitverfolgen. Der amerikanische Fernsehsender Discovery begleitete Nik den ganzen Abend und war wirklich hautnah dabei. Seht selbst, wie wagemutig der Hochseilartist über den Abgrund balanciert! Besonders beeindruckend ist, dass Nik während der gesamten Zeit in direktem Kontakt mit den Kommentatoren steht und seinen Ausblick auf die Skyline beschreibt.

Hochseilartist Nik Wallenda hat derartige Balance-Akte im Blut. Schon sein Großvater, der deutsche Karl Wallenda, war ein Virtuose auf dem Seil. Bei einer Vorführung in Puerto Rico stürzte er von seinem Seil und verletzte sich tödlich. Die wagemutige Aktion vom vergangenen Sonntag widmete Nik deshalb seinem verstorbenen Großvater.