Maras Wunsch geht endlich in Erfüllung – sie darf einen Teil Lateinamerikas bereisen, genauer gesagt die Touristenhochburg Cancun in Mexiko. Erfahrt hier, wie beeindruckt sie von den vielen Maya Stätten und den bezaubernden karibischen Stränden war und wie ihr das mexikanische Essen geschmeckt hat.

Genug mit der Geheimniskrämerei – vermutlich konnten einige von euch sowieso schon erahnen, zu welchem Kontinent mich meine neue Tour führen würde:

Ich befinde mich jetzt in Lateinamerika, genauer gesagt im südöstlichsten Teil Mexikos, auf der Halbinsel Yucatan, bei Cancun! Ich kann es immer noch selbst kaum fassen, dass einer meiner großen Träume endlich wahr wird. Lateinamerika – vor allem die südamerikanischen Länder – standen schon seit langem weit oben auf der Liste meiner Wunschziele und jetzt ermöglicht das wohl großartigste Praktikum der Welt mir Glückspilz tatsächlich eine Tour, beginnend in Mexiko, die mich weiter durch Südamerika führen wird.

Erste Eindrücke aus Mexiko

Ohne Spanischkenntnisse geht in Mexiko nichts!

Erstaunlicherweise hatte ich bisher in keinem der Länder, in denen ich im Rahmen des Praktikums war, Verständigungsprobleme. Selbst in Ländern wie Sri Lanka, Thailand oder Marokko kam ich wunderbar mit Englisch zurecht. Das einzige Land, in dem ich mich zum ersten Mal schwertat, war seltsamerweise tatsächlich Spanien. Da ich kein Spanisch spreche, war es in Barcelona zum Beispiel stellenweise nicht ganz einfach, von A nach B zu kommen, wenn keine englischsprachige Person zu finden war, die mir hätte weiterhelfen können. Aber meistens hatte ich es am Ende trotzdem immer irgendwie hinbekommen.

Dementsprechend könnt ihr euch bestimmt vorstellen, wie schwer ich mir jetzt hier tue: Nachdem ich einen Bus vom Flughafen ins Zentrum Cancuns genommen hatte und von dort versuchte, mit einem Taxi weiterzukommen, hüpfte ich ausgerechnet in eines mit einem Fahrer, der wirklich kein einziges Wort der englischen Sprache beherrschte. Selbst bei den Worten „yes“ oder „no“ schaute er mich nur verständnislos an. Das hatte zur Folge, dass ich im Endeffekt für eine Strecke, für die man normalerweise keine 15 Minuten benötigen würde, über eine Stunde brauchte, bis ich an meinem Hotel abgesetzt wurde. Der Taxifahrer, der zunächst vorgab, die Adresse des Hotels zu kennen, fing nach einer Weile planlosen Umherfahrens an, mir auf Spanisch Fragen zu stellen, die ich natürlich nicht verstand.

Dann begann die Odyssee durch Cancun: Er fuhr ein paar Minuten, hielt am Straßenrand an, fragte nach der Adresse meines Hotels und fuhr dann weiter, nur um fünf Minuten später direkt wieder nach dem Weg zu fragen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie froh ich war, als ich zwar eine stolze Stunde später, aber immerhin im Hotel, angekommen war. Dort habe ich mir umgehend drei Apps zum Spanisch Basics Lernen aufs Handy geladen, um in Zukunft wenigstens nicht völlig aufgeschmissen zu sein. ;)

Impressionen Mexico (7)

Isla Mujeres – Willkommen in der Karibik

Da Cancun selbst extrem touristisch und in meinen Augen, was die Stadt an sich angeht, auch nicht gerade die schönste ist, beschloss ich, direkt die nahe gelegene Insel „Isla Mujeres“ zu besuchen, was sich später als die beste Entscheidung überhaupt herausstellen sollte.

…sobald ich meine ersten Schritte auf diese gesetzt hatte, hatte ich mich bereits regelrecht verliebt.

Mit der Fähre gelangt man innerhalb einer halben Stunde von Cancun auf die Insel und sobald ich meine ersten Schritte auf diese gesetzt hatte, hatte ich mich bereits regelrecht verliebt. Kleine Gassen, Palmen, gemütliche Cafés und Restaurants sowie bunte Häuschen, wohin das Auge reicht.

An gefühlt jeder zweiten Straßenecke dringen Gitarrenklänge oder Latin Music in meine Ohren und das Fortbewegungsmittel Nummer 1 der Insel sind (abgesehen von den eigenen Füßen) kleine Golfkarts. An jeder Straßenecke wurde ich gegrüßt und erlebte, was für unheimlich fröhliche, lebhafte und freundliche Menschen die Mexikaner sind.

Der schönste Strand: Playa Norte

Der schönste Strand auf der Insel ist meiner Meinung nach der Playa Norte am nördlichen Zipfel der Insel. Besonders junge Leute und Familien kommen hierher, um unter einer der zahlreichen Palmen am Strand zu entspannen oder in dem wunderbar klaren Meer zu baden. Am Strand gibt es einige gemütliche Strandbars und kleinere Restaurants, in denen man bei schönstem Meerblick speisen kann.

Kulinarisches Mexiko

Natürlich hat so ein vielfältiges Land wie Mexiko auch in kulinarischer Hinsicht einiges zu bieten, das man auf keinen Fall auslassen sollte!

Tacos: Die klassischen Tacos kennt natürlich jeder – aber habt ihr schon mal Fisch Tacos oder Shrimp Tacos probiert?

Ceviche: Ceviche ist ein Mix aus verschiedenen Meeresfrüchten, gehackten Zwiebeln und Tomaten, die in Limettensaft mariniert werden. Durch den Limettensaft kommt es zu einer chemischen Reaktion, wodurch der Fisch sozusagen kurz gekocht wird. Das Ganze wird klassisch mit Nachos gereicht.

Pescado a la Veracruzana: Eines der berühmtesten Gerichte hier ist „Pescado a la Veracruzana“, Fischfilet mit einer Sauce aus Tomaten, Kapern, Chili und grünen Oliven – eine phantastische Geschmackssymbiose, die man nicht missen sollte.

Pepitos: Dieses leckere Dessert gibt es in allen möglichen Variationen: Geröstete Kürbiskerne, Kokosstückchen oder Nüsse mit Karamell vermischt und zu einem Cracker verarbeitet.

Horchata: Ein traditionelles Getränk, ursprünglich von den Spaniern eingeführt, das bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt ist. Das Besondere hierbei ist, dass jedes Restaurant seine eigene Horchata mischt und es jedes Mal ein bisschen anders schmeckt. Der Hauptbestandteil ist Reismilch, das Ganze wird dann mit Zimt und Zucker verfeinert und gekühlt serviert.

Restaurant „Olivia“: Wer nach tagelangem Verzehr von Burritos, Tacos, Nachos und Quesadillas mal wieder Lust auf etwas anderes hat, dem kann ich das total gemütliche Restaurant „Olivia“ auf der Insel Isla Mujeres empfehlen. Das Essen hier ist eine angenehme Abwechslung zur mexikanischen Küche und man findet sensationell leckere arabische, aber auch mediterrane Gerichte auf der Karte.

Churros: Um ein perfektes Abendessen abzurunden, fehlt dann nur noch das entsprechende Dessert und das bekommt man in dem schwarz-pink gestreiften Churros-Lädchen ein paar Blocks von der Main Street entfernt. Die Churros hier werden auf die Sekunde genau frittiert: Außen perfekt kross und innen schön saftig. Das Ganze kann man dann noch nach Belieben mit einer Soße seiner Wahl (meine war natürlich Nutella) abrunden.

Tauchen im Unterwasser-Skulpturen-Park

Als ich vor gut einem Jahr auf den Künstler Jason deCaires Taylor aufmerksam wurde, war ich so fasziniert von seinen Skulpturen, dass ich mir einige Fotos davon ausdruckte, die nun zu Hause meine Zimmerwand schmücken. Ihr könnt euch dementsprechend bestimmt vorstellen, wie sehr ich ausgeflippt bin, als ich zufällig herausfand, dass das aus Taylors Skulpturen bestehende MUSA Reef, sich ausgerechnet direkt bei der Isla Mujeres befindet. Kaum hatte ich das entdeckt, hatte ich auch direkt einen Tauchtrip für den nächsten Tag mit einer der Tauchschulen der Insel vereinbart und sollte es in keiner Weise bereuen!

Das Unterwassermuseum des MUSA Riffs umfasst 21 Werke von Jason deCaires Taylor, bestehend aus mehr als 500 einzelnen Statuen, die von Tauchern und Schnorchlern in bis zu 10 Metern Tiefe besichtigt werden können. Das Besondere hierbei ist die bei der Anfertigung verwendete spezielle, besonders harte und ph-neutrale Beton-Art, sodass nach und nach Korallen, Muscheln und Algen auf den Statuen wachsen können. Taylors Ziel war, dass sich mit der Zeit auf den Skulpturen ein natürliches Riff bildet und diese so teilweise ein groteskes Aussehen annehmen – die perfekte Symbiose von durch Menschenhand geschaffener Kunst und dem Einwirken der Natur. Neben dem künstlerischen Aspekt geht es ihm bei seinen Installationen aber noch um etwas anderes: den Naturschutz! Sein Bestreben ist es, die umliegenden natürlichen Korallenriffe, die zu den beliebtesten Tauchrevieren der Welt zählen, zu entlasten, sodass sich der sonst sehr auf die Riffe rund um Cancun zentrierte Tauchtourismus etwas besser verteilt.

Tour nach Tulum und Cobá

Mexiko ist für seine vielen Ruinenstädte aus der Zeit der Maya bekannt, von denen bisher bereits über unglaubliche 6.000 registriert wurden. Da die einzelnen Mayastätten aber jeweils recht weit auseinander liegen und ich nur begrenzt Zeit hatte, entschied ich mich schließlich dafür, diejenigen in Tulum und Cobá zu besuchen. Wenn man Mexiko mit einem Mietwagen bereist, kann man idealerweise natürlich beide Orte auf eigene Faust erkunden, ich selbst habe hierfür eine Tagestour gebucht, die beide Ziele kombinierte.

Tulum, die einzige der Maya Ruinen, die direkt am Wasser liegt, hat durch die Nähe zum Meer einen ganz besonderen Charme. Und irgendwie kam mir diese Ruinenstadt – vor dem Meer und dieser karibischen Traumkulisse – beim ersten Anblick regelrecht unwirklich vor.

Tulum Mexiko

Aber auch die Mayastätten von Cobá haben mich unheimlich beeindruckt. Was mir an Cobá besonders gefallen hat, war unter anderem die Möglichkeit, mit einem Leihfahrrad durch den Dschungel zu fahren und so nach Lust und Laune auch die kleineren Tempel erkunden zu können, um am Ende auf einer Lichtung an dem wohl imposantesten Part Cobás anzukommen: „El Castillo“, einer 42 Meter hohen Pyramide.

Auch die Tatsache, dass man die 120 Treppenstufen selbst hochklettern kann, machte das Ganze für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis. Die Pyramide ist sogar etwas größer als die weltberühmte in Chichén Itzá, welche offiziell zu einem der neuen 7 Weltwunder erklärt wurde. (Fans des Klassikers „Apocalypto“ mit Mel Gibson wissen genau, welche gemeint ist. ;))

Nachdem ich die steilen Stufen erklommen hatte und mich oben angekommen dem Dschungel zuwandte, verschlug es mir erst einmal beinahe die Sprache. Die Aussicht, die ich nun über das endlos scheinende Meer aus Bäumen hatte, war gigantisch. Das Foto kann nicht einmal ansatzweise die Realität wiedergeben – das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!

Tipp: Wenn ihr eine Tour bucht und es die Option für ein „Plus Package“ gibt, bei dem auch ein Fahrrad für Cobá eingeschlossen ist, würde ich von dieser Buchung abraten. Fahrräder kann man auch noch ganz spontan vor Ort ausleihen und zahlt so dann nur einen Bruchteil des Aufpreises, den das „Plus Package“ kosten würde.

Next Stopp: PERU

Mit Mexiko hatte ich einen wunderbaren Auftakt für meine langersehnte Lateinamerikatour und bin so gespannt darauf, wohin der Wind mich die nächsten Wochen noch tragen wird. Von Mexiko aus werde ich jetzt zunächst einmal drei verschiedene Flüge nehmen, um dann am Ende in Cusco in Peru zu landen. Ich kann es kaum erwarten, mich auf die Spuren der Inkas zu begeben und die Ruinen des legendären Machu Picchus endlich mit eigenen Augen bestaunen zu dürfen!

In meinem Reisemagazin habe ich weitere Mexiko Tipps für euch gesammelt: