Eines der coolsten Spendenprojekte geht in wenigen Tagen an den Start: „BreakOut – How far can you go? Bei keinem anderen Spendenprojekt wird Spenden sammeln mit so viel Abenteuer verbunden wie bei BreakOut. BreakOut ist ein Benefizevent, bei dem man im Zweier-Team versucht, in 36 Stunden so weit wie möglich von München weg zu reisen – ohne einen Cent auszugeben! Je mehr Kilometer geschafft sind, desto mehr Spenden kommen der UNO-Flüchtlingshilfe zugute. Das gesammelte Geld geht zu 100 Prozent an das DAFI-Projekt der UNO-Flüchtlingshilfe, das Stipendien an junge, begabte Flüchtlinge gibt, um ihnen so den Zugang zu Bildung zu erleichtern und ihnen ein Studium zu ermöglichen. Los geht’s am 4. Juni um 9 Uhr. Wie ihr die Teams noch schnell unterstützen könnt, erfahrt ihr hier.

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Was genau ist „BreakOut“?

BreakOut – How far can you go?“ ist ein Benefizevent von Münchner Studenten zugunsten der UNO-Flüchtlingshilfe. Teilnehmer des Projekts sollen in Zweier-Teams innerhalb von 36 Stunden versuchen, sich so weit wie möglich von München weg zu bewegen. Der Clou? Die Teilnehmer dürfen kein Geld für Transportmittel ausgeben. Wirklich keinen einzigen Cent! Es soll damit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Flüchtlinge ohne jegliche finanzielle Möglichkeiten auf die ferne Reise und damit auf die Suche nach einem sicheren Ort machen. Im Vorfeld sammeln die einzelnen Teams so viele Sponsoren wie möglich, die das Team pro zurückgelegtem Kilometer (Luftlinie) oder pro bewältigter Challenge mit einem selbst gewählten Spendenbetrag unterstützen, der im Anschluss an die UNO-Flüchtlingshilfe übergeben wird.

Dieses Jahr startet BreakOut am 4. Juni um genau 9 Uhr. Startschuss fällt am Geschwister-Scholl-Platz mitten in München. Jeder Meter wird gezählt – bis zum 5. Juni um exakt 21 Uhr. In der Zwischenzeit, in genau 36 Stunden, müssen die Teilnehmer alles geben. Damit die Sponsoren und Fans immer up to date bleiben, müssen die Teilnehmer mindestens alle drei Stunden ihren Standort über die App mitteilen – so wird Tempo und Richtung für alle Mitfiebernden zu Hause gut ersichtlich. Viele Teilnehmer laden während ihres Trips auch ziemlich lustige Fotos hoch, auf Dusche und Schlaf wird nämlich häufig verzichtet, sodass man hier echt einige coole Fotos sehen kann :-)

Bisher gibt es dieses Event nur in München, und es kann auch nur von dort aus gestartet werden. Für das nächste Jahr wird aber bereits heiß geplant, damit auch in anderen Städte ein Start möglich sein soll. BreakOut gibt es übrigens erst seit 2014, und doch hat es schon eine riesige Fan-Gemeinde.

 

Das sind die Teilnahmebedingungen

Jeder, der teilnehmen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem muss man im Zweier-Team starten, reisen und auch zusammen ins Ziel kommen. Generell darf man mit allen Verkehrsmitteln reisen – sei es per Flugzeug, Fähre oder was auch immer… Kamele und Pferde zählen übrigens auch ;-) Es darf halt nur nichts kosten. „Letztes Jahr wurde sehr viel getrampt“, erzählt mir Pressesprecherin Anna-Catharina Wedde. „Ein Team hat es sogar geschafft, einen Schaffner von dem Projekt zu überzeugen und durfte mit der Bahn kostenlos bis nach Belgien fahren. Ein weiteres Team bekam sogar einen Flug nach Ägypten angeboten.“ Respekt!

Generell vertrauen die Organisatoren von BreakOut auf den Code of Honour – das heißt: Ehrlichkeit wird hier vorausgesetzt. Vorab gekaufte Tickets, darunter auch ein Semester-Ticket, Reisegutscheine, Bonusmeilen, eigene Fahrräder und Absprachen mit Bekannten und Verwandten, sind natürlich nicht erlaubt! Mit der Oma darf man also nicht „rein zufällig“ Richtung Süd-Spanien cruisen. Auch Schwarzfahren, mit der Hoffnung, nicht dabei erwischt zu werden, ist ein absolutes Tabu. Die Teilnehmer dürfen sich zwar Tickets bezahlen lassen, aber kein Geld in die Hand nehmen und auch kein Geld sammeln. Ausgenommen ist natürlich eigenes Geld, das man für Essen, Trinken und Übernachtung ausgibt. Auch die Rückreisekosten müssen selbst getragen werden. Oder man zieht es komplett durch und versucht auch die Rückreise mit 0€ gewuppt zu bekommen.

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Jedes Team sollte mindestens einen Sponsor haben. Es wird eine Art Kaution von 20€ pro Team hinterlegt, die bei Erreichen des Mindesspendenziels von 100€ wieder zurückerstattet wird. „Wird dieses Ziel nicht erreicht oder findet ein Team, im Extremfall, keinen Sponsor, so werden die 20€ gespendet.“ Des Weiteren zahlt jedes Team eine nicht rückerstattbare Anmeldegebühr von insgesamt 40€.

Jeder Teilnehmer sollte stets an die Sicherheit des Teams denken: „Seid bitte vorsichtig beim Trampen und schaut euch Autos und Fahrer vorher gut an“, heißt es auf der Internetseite von BreakOut. „Steigt zum Beispiel nicht bei James Bond ein (da explodieren immer die Autos)“. In anderen Ländern gelten andere Regeln, man solle hier besonders darauf achten, dass man nichts mache, was die Kultur verletze. So seien Kühe in Indien heilig und sollen bitte nicht scherzeshalber umgeschubst oder verjagt werden. Sehr gute Tipps, wenn ihr mich fragt.  Zur eigenen Sicherheit gehört auch, dass sich die Teams bei Grenzübertritt, bei Wechsel des Transportmittels und mindestens alle drei Stunden über die App mit Foto und Standort melden müssen.

Coole Storys und große Erfolge aus 2014

Dass solche Reisen alles andere als langweilig ablaufen, dürfte jedem klar sein. Die Ergebnisse und die unglaublich coolen Storys, die dahinter stecken, zeigen, dass das Event 2014 schon ein voller Erfolg war. 24 Teams reisten insgesamt durch 20 verschiedene Länder – dabei legten sie eine Strecke von 24.500 km zurück und sammelten Spenden in Höhe von 10.744€ für die Flüchtlingshilfe. Gewonnen hat nicht nur, wer es am weitesten weg von München schaffte, sondern auch, wer die höchste Spendensumme gesammelt hat, wer auf seiner Strecke die meisten Länder bereiste und wer die beste Videodokumentation gestaltete.

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Hier ein Überblick über die Sieger des letzten Jahres und deren aufregenden Storys:

Sieger der Kategorie „Weiteste Distanz“: Leo und David sammelten Geld für ein Flugticket, trampten dann mit dem Auto zum Flughafen in Frankfurt und hofften, von dort aus zu einem kostenfrei weit weg fliegen zu können. Am nächsten Tag flogen die beiden dann tatsächlich nach Teneriffa und entfernten sich so 3.293 Kilometer vom Geschwister-Scholl-Platz in München. Vom Flughafen in Teneriffa aus wanderten sie noch bis zum südlichsten Punkt der Insel und sammelten insgesamt eine erstaunliche Summe von 1.000€.

Sieger der Kategorie „Höchste Spendensumme“: Leonore und Lavinia erreichten mit 1.831€ die höchste Spendensumme aller Teams. Zu Fuß, per Auto, Bus und Fähre schafften sie es den gesamten Weg nach Dubrovnik in Kroatien. Eine zusätzliche Challenge, die Geld einbrachte, verlangte von ihnen die Inszenierung und Dokumentation des Attentats auf Franz Ferdinand in Sarajevo. Mit Bravur meisterten sie diese Aufgabe und bekamen einen zusätzlichen Spendenschub..

Sieger der Kategorie „Meiste bereiste Länder“: Henny und Henrik sind zum Wiener Flughafen getrampt. Die Beiden hofften, dort einen Flug zu ergattern – das klappte ohne Geld jedoch leider nicht. Der letzte Fahrer, der sie mitgenommen hatte, kam jedoch noch einmal zurück, um den Beiden ihren im Auto vergessenen Edding zu bringen und bot gleich an, sie noch weiter mitzunehmen – und zwar die komplette Strecke bis nach Budapest. Was für Glückspilze! Von Budapest aus ging es mit dem Zug bis nach Skopje und dann noch per Anhalter bis zur griechisch-mazedonischen Grenze. Insgesamt überquerten die beiden unglaubliche sieben Grenzübergänge und sammelten 382€ Spenden.

Sieger der Kategorie „Beste Videodokumentation“: Aljoscha und Nadja schafften es, in 36 Stunden bis nach Barcelona. Zunächst liefen sie zum Münchener Hauptbahnhof, von wo aus sie per Anhalter mitgenommen wurden. Da die Beiden professionelle Filmemacher sind, produzierten sie ein tolles Video. Für ihre zurückgelegte Strecke sammelten sie insgesamt 701€ für die UNO-Flüchtlingshilfe. Hier das coole Video von Aljoscha und Nadja:

 

Aktuelle Teilnehmer im Interview: Planung, Risiken & Sponsoren

Exklusiv für euch habe ich noch kurz vor Startschuss des Projekts am 4. Juni mit zwei Teilnehmerinnen gequatscht, um noch mehr über Motivation, Vorbereitungen, Pläne und No-Go’s zu erfahren. Die Studentinnen Joanna und Katharina (Team 79) waren von der ersten Minute an begeistert, als sie von dem Projekt gehört haben. In 4 Tagen geht das 36-Stunden Abenteuer für sie los.

Urlaubsguru: Was ist eure Motivation, warum macht ihr bei BreakOut mit?

Katharina: „Wir lieben das Reisen! In unserer WG sind alle Wände mit Postkarten aus allen möglichen Ländern der Welt beklebt. Und als wir von diesem Projekt gehört haben, haben wir uns gedacht, ‚Hey, warum dieses Mal nicht für einen guten Zweck reisen?‘ Wir sind hoch motiviert. Wir freuen uns über verrückte Challenges und natürlich auch auf gewillte Sponsoren, die uns unterstützen.“

Wie bereitet ihr euch auf den Spendenmarathon vor?

„Das Internet ist super wichtig, damit wir auch bei der App halt kontinuierlich Meldungen posten können, deswegen haben wir uns schon über Handytarife im Ausland informiert. Dann haben wir natürlich schon versucht, einige Sponsoren zu finden – das ist aber gar nicht so schwer. Deswegen nutze ich doch die Gunst der Stunde und möchte Unternehmen und Privatleute aufrufen, unser Sponsor zu werden :-)“

Wie man Sponsor werden kann, das werde ich gleich noch mal genau erklären… Wir finden da bestimmt noch einige für euch :-) Was stellt ihr euch denn vor, möchtet ihr lieber Kilometerspenden oder Geld für Challenges bekommen?

„Bisher haben wir nur Spenden mit einem Maximalbetrag, wir hätten aber gerne noch Sponsoren, die einen flexiblen Beitrag spenden, am liebsten also sogenannte Kilometerspenden. Wir nehmen aber auch gerne Spenden für geleistete Challenges an, zum Beispiel bekommen wir 10€, wenn wir einen Passanten nach dem Weg fragen und das mit französischem Akzent. Weitere 10€ gibt’s, wenn wir einen Raucher anquatschen und ihm eine Rede über die Auswirkung des Rauchens auf die Gesundheit halten. Das wird bestimmt sehr interessant :-) Und ganze 100€ bekommen wir gespendet, wenn wir innerhalb von sieben Minuten so viele Burpees wie möglich machen und zu zweit mindestens 80 Wiederholungen schaffen – ich bin schon fleißig am trainieren, das ist echt nicht besonders einfach! Also… Kilometerspenden haben wir bisher noch nicht, deswegen würden wir uns darüber besonders freuen.“

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In welche Richtung wollt ihr starten und wie schaut euer Ziel in etwa aus?

„Am liebsten würden wir bis nach Spanien oder Südfrankreich kommen. Aber wenn uns aber jemand mit nach Osteuropa nehmen könnte, würden wir selbstverständlich nicht ’nein‘ sagen. Also wir sind da ziemlich frei und flexibel. Weil wir beide Medienwissenschaften studieren, wäre es natürlich super cool, wenn wir in der Kategorie „Beste Dokumentation“ gewinnen – dennoch geben wir natürlich auch in den anderen Kategorien unser Bestes. Ein großes, doch auch schwieriges Ziel von uns ist es, so viele Spendengelder zusammen zu bekommen, dass sich damit ein Stipendium für einen Flüchtling finanzieren lässt. Das wäre schon klasse!“

Gibt es No-Go’s bei euch – was würdet ihr auf keinen Fall machen? Und wie macht ihr es nachts… immer weiter oder doch mal ein Nickerchen?

„Ach, eigentlich würden wir alles machen. Wir sind uns natürlich gewisser Gefahren bewusst und hören auf unseren Verstand und unser Bauchgefühl – wir würden bei keinem einsteigen, wo wir ein unwohles Gefühl hätten. Ja, also nachts versuchen wir durchzumachen. Ordentlich viele Energy Drinks und jede Menge Kaffee sind schon fest eingeplant. Spätestens wenn wir im Gehen einschlafen, gut, dann machen wir vielleicht mal eine kleine Pause :-)“

Das hört sich doch schon ziemlich vielversprechend an. Ich wünsche Joanna und Katharina natürlich alles Gute und drücke fleißig die Daumen! Wie auch ihr die Beiden unterstützen könnt, und im gleichen Zug natürlich die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützen könnt, das erfahrt ihr hier:

How to BreakOut – So könnt ihr helfen!

Am besten ist es natürlich, wenn ihr euch einen Freund oder eine Freundin schnappt und selbst mit an den Start geht! Da in diesem Jahr die Anmeldephase aber bereits vorbei ist, bleibt euch jetzt noch die Möglichkeit, die Teams als Sponsor tatkräftig zu unterstützen. Das kann in Form von Kilometerspenden sein – pro geschafften Kilometer 50 Cent, oder 30 Cent, je nachdem wie viel ihr geben wollt. Sonst gibt es auch noch die Option, einen fixen Betrag zu spenden, wenn ein Team eine bestimmte Challenge absolviert, wie etwa im Meer schwimmen oder ein Foto vor dem Eiffelturm machen. Dabei gilt natürlich: Je mehr Spenden, desto besser. Also sucht euch noch schnell auf der Webseite ein Team aus, oder gerne auch mehrere, und werdet Sponsor! Egal ob mit Kilometerspenden oder Spenden für Challenges, ihr unterstützt nicht nur die wagemutigen, unverfrorenen Teams, sondern auch Flüchtlinge in ihrem Traum, eine ordentliche Bildung zu erhalten. Los geht’s! Schreibt einfach eine Email an sponsoring@break-out.org und schon seid auch ihr dabei, bei BreakOut – How far can you go!

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