Kurz vor dem Abflug – gleich geht es in den Urlaub. Schnell noch ein Foto vom Boarding Pass gemacht, in den sozialen Netzwerken geteilt und los. Warum ihr das lieber lassen solltet, lest ihr hier.

Sucht man bei Instagram nach dem Hashtag #boardingpass, werden mehr als 110.000 Fotos angezeigt. Glückliche Reisende aus aller Welt posten hier einen Schnappschuss ihres Boarding Passes, manchmal nur in Ausschnitten, auf denen man Teile des Namens erkennt oder aber den Sehnsuchtsort, an den die Reise führen soll. Andere hingegen stellen gleich Bilder von ihrem gesamten Boarding Pass online und verraten damit ganz schön viele private Daten, ohne wirklich darauf zu achten. Welche Folgen das haben kann, verrate ich euch jetzt.

Ein Foto vom Boarding Pass?

#boardingpass | Schutz der Daten

Umfrage: Eure Erfahrungen

Foto vom Boarding Pass
Foto: iStock.com/yuelan

Foto vom Boarding Pass

Der Abflug steht kurz bevor, gerne möchte man seine Vorfreude mit seinen Freunden und Bekannten teilen – wie ginge das also besser, als über Social Media. Datenschützer schlagen bei den über 110.000 Fotos bei Instagram unter dem Hashtag #boardingpass die Hände über dem Kopf zusammen.

Sensible Daten auf der Bordkarte:

  • Vor- und Nachname
  • Flugdetails (Datum, Uhrzeit, Gate, Flughäfen & -nummer, etc.)
  • ggf. Buchungsnummer
  • Bar- oder QR-Code

Denn was auf den Bildern zu sehen ist, ist nicht nur der Name des Passagiers, sondern auch dessen Buchungsklasse, Start und Ziel des Fluges und viele weitere etwas versteckte und dennoch ziemlich wichtige und datenschutzrelevante Informationen.

Der für uns auf den ersten Blick unübersichtliche und an schwarz-weiße Kacheln erinnernde Barcode enthält viele Infos, die man eigentlich lieber für sich behalten würde – darunter zum Beispiel eine Vielflieger-Kundennummer. Wer diese Daten mit einem Barcode-Lesegerät ausgelesen hat, kann sie dann mit etwas Geschick nutzen, um auf weitere Passagier-Infos zuzugreifen. Schon hat man euren Wohnort, eure E-Mail-Adresse und das Geburtsdatum abgegriffen.

Boarding Pass
Foto: iStock.com/georgeclerk

Auslesen der Daten

Wenn man aber genau hinschaut, muss man in vielen Fällen noch nicht einmal den Barcode auslesen. Denn allein der Name und die verfügbare Buchungsnummer, die häufig auf dem Boarding Pass zu finden ist, reichen oft aus, um auf der Webseite der Airline Änderungen an der Buchung vorzunehmen und sogar Flüge zu stornieren. Womöglich sind sogar mindestens vier Ziffern eurer Kreditkarte oder eines anderen Zahlungsmittels hinterlegt. Ein wenig Know-how und wenige Klicks genügen oft und schon haben Fremde Zugriff auf die Buchungsdaten oder Kreditkartendetails. Selbst nach Durchführung des Fluges sind eure persönlichen Informationen noch bei der Airline gespeichert und können durch Zugriff auf die Buchung missbraucht werden.

Boarding Pass und Sonnenbrille

Schutz sensibler Daten

Es braucht nur einen gelangweilten Scherzkeks, der sich ein wenig mit der Materie auskennt und schon sind eure Daten einsehbar. Um einen solchen Fauxpas zu vermeiden, gebe ich euch gern noch ein paar Tipps mit auf den Weg:

  • Postet niemals ein Foto von eurem Boarding Pass auf Social Media oder anderen frei zugänglichen Plattformen im Internet.
  • Auch andere Dokumente, auf denen personenbezogene Daten einsehbar sind, solltet ihr nicht der Öffentlichkeit preisgeben.
  • Lasst generell eure Reisedokumente nicht frei einsehbar herumliegen.
  • Werft die genutzte bzw. abgelaufene Bordkarte nicht in öffentliche Abfalleimer, sondern vernichtet sie im Bestfall und entsorgt sie Zuhause.
  • Schützt eure Onlinekonten, wie z.B. ein Meilenkonto bei einer Airline, mit gutem Passwort und Sicherheitsfragen.

Meine Empfehlung, um den unrechtmäßigen Zugriff auf eure Fluggast-Daten zu vermeiden: Postet doch lieber Fotos von eurem Urlaubsort und den Orten, an die es euch bei eurem nächsten Flug verschlägt und zeigt mir eure Abenteuer mit dem Hashtag #gurupose – Bilder davon sagen mehr als tausend Ziffern und QR-Codes.

Urlaubsfotos sind schöne Erinnerungen

Doch Vorsicht: Auch hier gibt es gelegentlich Fallstricke, die man nicht außer Acht lassen sollte. Wer nämlich Fotos vom Eiffelturm während der abendlichen Lichtshow postet, muss mit Problemen rechnen. Die Fotos, die während der spektakulären Show in der Dunkelheit entstehen, beansprucht die Betreiberfirma Société d’Exploitation de la Tour Eiffel für sich. Macht also lieber ein Bild am Tag. An welchen Orte das Fotografieren verboten ist, erfahrt ihr in meinem Reisemagazin.

Eure Erfahrungen

Habt ihr vielleicht selbst schon sensible Daten gepostet und negative Erfahrungen damit gemacht oder kennt jemand anderes, dem das passiert ist? Macht bei meiner Umfrage mit und erzählt mir eure Geschichten in den Kommentaren.

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