Kurz vor dem Abflug – gleich geht es in den Urlaub. Schnell noch ein Foto vom Boarding Pass gemacht, in den sozialen Netzwerken geteilt und los. Warum ihr das lieber lassen solltet, lest ihr hier.

Sucht man bei Instagram nach dem Hashtag #boardingpass, werden mehr als 57000 Fotos angezeigt. Glückliche Reisende aus aller Welt posten hier einen Schnappschuss ihres Boarding Passes, manchmal nur in Ausschnitten, auf denen man nur Teile des Namens erkennt oder nur den Sehnsuchtsort, an den die Reise führen soll. Andere hingegen stellen gleich Bilder ihres gesamten Boarding Passes online und verraten damit ganz schön viele private Daten, ohne wirklich darauf zu achten.

Boardingpass

Darum solltet ihr keine Fotos vom Boarding Pass posten

Datenschützer schlagen bei diesen 57000 Fotos bei Instagram die Hände über dem Kopf zusammen. Denn was auf den Bildern zu sehen ist, ist nicht nur der Name des Passagiers, sondern auch dessen Buchungsklasse, Start und Ziel des Fluges und viele weitere etwas versteckte und dennoch ziemlich wichtige und datenschutzrelevante Informationen. Der für uns auf den ersten Blick unübersichtliche und an schwarz-weiße Kacheln erinnernde Barcode enthält viele Infos, die man eigentlich lieber für sich behalten würde. Wer diese Daten mit einem Barcode-Lesegerät ausgelesen hat, kann diese dann mit etwas Geschick nutzen um auf weitere Passagier-Infos zuzugreifen. Schon hat man eure Wohnort, eure E-Mail-Adresse und das Geburtsdatum notiert.

Boarding Pass Fehler

Wenn man aber genau hinschaut, muss man vermutlich in vielen Fällen noch nicht einmal den Barcode auslesen. Denn allein die verfügbaren Zahlen, Namen und Daten, die auf dem Boarding Pass zu finden sind, reichen oft aus, um auf der Webseite der Airline Änderungen an der Buchung vorzunehmen und sogar Flüge zu stornieren. Womöglich sind sogar mindestens vier Ziffern eurer Kreditkarte oder eines anderen Zahlungsmittels hinterlegt. Ein wenig Know-How und wenige Klicks genügen oft und schon haben Fremde Zugriff auf die Buchungsdaten.

Mieser Streich mit Boarding Pass Daten hat Happy End

Glück im Unglück in Texas: Alice und Carlos, große Footballfans, posteten ihr Boarding Pässe für den Flug nach Jacksonville zum Auswärtsspiel ihres Team in einer texanischen Facebook-Gruppe. Ein Scherzkeks sah die Tickets, loggte sich ein und cancelte ihre Flüge. Glück für die beiden – die Airline reagierte kulant und ließ beide dennoch mitfliegen. Während sich der Witzbold nun vielleicht ärgerte, erlebten Alice und Carlos echte Football-Fan-Solidarität. Schon während ihres Fluges von Texas nach Florida bekamen sie viele Nachrichten und sogar die gegnerischen Fans luden die beiden auf Drinks ein und machten sogar Karten für die Seitenlinie möglich. Glück muss man haben. Alice, die den Trip zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, wird diese verrückte Geschichte sicher so schnell nicht wieder vergessen.

Echte Orte besser als Codes

Diese Geschichte mag zwar gut ausgegangen sein, doch es kann durchaus mal schief gehen. Es braucht nur einen gelangweilten Scherzkeks, der sich ein wenig mit der Materie auskennt und schon sind eure Daten einsehbar. Mein Tipp gegen den unrechtmäßigen Zugriff auf eure Fluggast-Daten: Postet doch lieber Fotos vom eurem Urlaubsort und den Orten, an die es euch bei eurem nächsten Flug verschlägt – Bilder davon sagen mehr als tausend Ziffern und QR-Codes.

Boarding Pass
Urlaubsfotos sind schöne Erinnerungen

Vorsicht: Auch hier gibt es gelegentlich Fallstricke, die man nicht außer Acht lassen sollte. Wer nämlich Fotos vom Eiffelturm während der abendlichen Lichtshow postet, muss mit Problemen rechnen. Die Fotos, die während der spektakulären Show in der Dunkelheit entstehen, beansprucht die Betreiberfirma Société d’Exploitation de la Tour Eiffel für sich. Macht also lieber ein Bild am Tag. ;) Sicher ist sicher. Wie ihr die besten Urlaubsfotos hinbekommt, lest ihr hier.

In meinem Reisemagazin findet ihr weitere tolle Tipps rund um die Urlaubsplanung