Habt ihr schon einmal was von Biskupin gehört? Bis vor ein paar Wochen kannte ich diese wundersamen Überbleibsel aus der Eisenzeit noch nicht. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach der Geschichte Biskupins begeben. Ich war ganz erstaunt, dass es in unserem Nachbarland Polen einen Ort gibt, der über 2700 Jahre alt ist und der uns einen spannenden Einblick in das Leben der Menschen in den Jahrhunderten noch lange vor Christi Geburt verschafft.

Gefunden wurde die Wehrsiedlung Biskupin eigentlich durch Zufall, denn der junge Lehrer Walenty Szwajcer wunderte sich im Jahr 1933 bei einer Wanderung über ungewöhnliche Holzpfosten im Wasser rund um die Halbinsel am See und kontaktierte die archäologische Abteilung des Wielkopolskie Museums über den Fund. Nach ersten Sichtungen gerieten die Archäologen in Aufruhr, denn eine derart komplexe Wohnanlage mit mehreren Verteidigungspalisaden gab es in Polen bis dato noch nicht. Die Holzstämme, die Swajcer gefunden hatte, ließen sich rasch bis in die Jahre 700 bis 600 vor Christus zurückdatieren.

Biskupin Polen

Voller Elan machte man sich ans Werk und brachte nach und nach immer mehr Überbleibsel aus einer fernen Zeit ans Tageslicht. Was als kleines Projekt angefangen hatte, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu Polens größtem und prestigeträchtigstem Projekt.  Erst in den 70er Jahren waren die Ausgrabungen größtenteils abgeschlossen.

Heute verwenden die Archäologen die meiste Zeit dafür, die vorhandene Substanz zu bearbeiten und zu pflegen. So sollen die Überbleibsel aus der Eisenzeit noch lange für Besucher erhalten bleiben.

Ein Stück lebendiger Geschichte in Biskupin

Im Archäologischen Museum von Biskupin können die Besucher das Leben und die Architektur der Menschen in der Eisenzeit bewundern. Alte Geschichte hautnah – das will das Museum mit seinem Konzept als Freilichtmuseum erreichen.

Vor den Palisaden grasen Pferde und innerhalb des Areals kann man sich fühlen wie in einer anderen, unbekannten Zeit. Nachbauten der Holzhäuser und ein Ausstellungspavillon zeigen das Leben der Bewohner vor 2700 Jahren und viele der bei den Ausgrabungen gefundenen Gegenstände wie Schmuck und Waffen können hier bewundert werden. Ganz besonders beeindruckend sind aber die übrig gebliebenen Fragmente der Anlage, die von Lehrer Szwajcer gefunden worden waren. Hier wird die Geschichte ganz besonders lebendig.

Biskupin in Polen

Kinder können Bogen schießen üben oder trainieren, auf Stelzen zu laufen. Das Areal bietet viele tolle Möglichkeiten für die ganze Familie, sogar Kochen wie in der Jungsteinzeit macht das Museum hier möglich. Zuschauen und Anfassen steht in Biskupin ebenso auf dem Plan wie Lernen und Studieren.

Seit Jahren strömen die Besucher zahlreich auf das große Areal und verbringen hier einige tolle Sommertage.

Von Berlin aus benötigt ihr rund 5 Stunden mit dem Auto bis zum Zielort Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Der Weg lohnt sich auf jeden Fall, das kann ich euch versprechen.