Wer sich die Berliner Mauer einmal aus direkter Nähe anschauen möchte, der steuert zunächst die East-Side-Gallery in Berlin an. Doch kennt ihr auch den einzigartigen Mauerpark in Teltow in Brandenburg? Was genau daran so speziell ist, erfahrt ihr hier!

Die Berliner Mauer ist ein eindrucksvoller Teil der Deutschen Geschichte. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass unsere vielfältige und moderne Hauptstadt einmal durch eben diese Mauer geteilt wurde. Wer schon einmal in Berlin war, hatte vielleicht das Glück, die East Side Gallery in Friedrichshain besuchen zu können. Ein öffentliches Kunstprojekt ist dieser Mauerabschnitt und natürlich ein sehr beliebtes Fotomotiv für Selfies und Gruppenfotos. Doch Informationen zur der immensen geschichtlichen Bedeutung gibt es im Detail nur, wenn man sich einer Führung entlang der East Side Gallery anschließt. Das soll aber nicht so bleiben, denn es wird über die Aufnahme der Galerie in die „Stiftung Berliner Mauer“ nachgedacht. Denn so könnte man den Charakter als Denkmal des kalten Krieges weiter erhalten und die vielen interessierten Besucher zukünftig umfassender informieren.

Das gesamte Viertel rund um die Mauer gewöhnt sich an die vielen Touristen und kann von dem großen Interesse natürlich stark profitieren. Hotels und Gastronomen haben stetigen Zulauf. Rund herum gibt es einige umstrittene Bauprojekte wie den Wohnturm „Living Levels“ und das geplante „Waterfront Living“. Ich bin gespannt, wie sich die East Side Gallery in Zukunft entwickelt und halte euch natürlich auf dem Laufenden.

East Side Gallery Berlin
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Berliner Mauer wird in Teltow zum Kunstobjekt

Ein tolle Idee rund um die Berliner Mauer habe ich jetzt im Internet entdeckt. Es gibt immer noch viele Teile der ehemaligen Grenzmauern und einen ganz besonderen Mauerpark findet ihr in der kleinen Stadt Teltow in Brandenburg. Inmitten einer Industriebrache an der Oderstraße können Besucher Originalteile der Mauer bestaunen und diese sogar ganz legal bemalen. Wer Interesse daran hat, kann sich online bewerben und schließt einen Nutzungsvertrag ab. Dieser wird zwischen der Lagerhaus KW GmbH und dem Nutzer geschlossen und berechtigt dazu, das Mauerteilstück sechs Monate lang als kreative Fläche zu nutzen. Danach erlöschen seine Rechte an der Mauer wieder.

Berliner Mauer, Teltow
Quelle: mauerteilebemalen.de

Wer „sein“ Stück Berliner Mauer während der 6 Monate ganz besonders in Herz schließt oder es auch als Kunst verkaufen will, kann es auch erwerben oder zum Kauf anbieten, bevor es sich jemand anderes für das nächste halbe Jahr unter den Nagel reißt. Mindestens fünfhundert Euro sind dann an den Eigentümer des Mauerparks zu zahlen. Bei einem höheren Erlös prozentual sogar mehr. Wenn alle bemalbaren Flächen vermietet sind, kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen und einige Wochen später mit der Malerei beginnen.

Ich finde das Projekt einmalig, denn so kann jeder, der es sich wünscht, in direkten Kontakt mit den so geschichtsreichen Mauerteilen kommen. Ein Mauerpark als vielfältiges Kunstprojekt – eine spannende und einfallreiche Art, mit der Vergangenheit umzugehen. Und das Beste daran ist doch, dass sich die Künstler ihr eigenes Stück Geschichte in Form eines Kunstwerks mit nach Hause nehmen können, wenn sie bereit sind, mehr als 500€ zu zahlen.

 

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