Ist euch das auch schon mal passiert? Ihr kommt von einem wunderbaren Urlaub wieder zurück, steigt aus dem Flieger und werdet vielleicht von Freunden abgeholt, freut euch… Und merkt dann, dass ihr etwas im Flugzeug vergessen habt! Ob es ein Handy ist oder vielleicht auch das Stofftier eurer Kleinen, sowas ist immer erstmal ein Schock und in jedem Fall ärgerlich. Denn wenn ihr noch mal zurück und zu dem „Lost & Found„-Schalter lauft, ist euer Handy etc. noch lange nicht da! Es muss schließlich erst noch gefunden und hergebracht werden. Bis dahin seid ihr dann wahrscheinlich zu Hause und wartet auf eine Nachricht.

Um ein ganzes Stück weniger ärgerlich verspricht es hingegen jetzt in Amsterdam am Flughafen Schiphol zu werden, wenn ihr etwas im Flieger liegen lasst. Denn da wird euch der fehlende Gegenstand jetzt ganz schnell von einem kleinen freundlichen Beagle gebracht und das noch bevor ihr mitbekommen habt, dass überhaupt etwas fehlt!

Beagle Sherlock: Der „Lost & Found“-Hund von KLM flitzt durch den Flughafen Amsterdam Schiphol

Diese Woche kann man auf der Internetseite der Royal Dutch Airlines KLM ein tolles Video sehen, in dem die Fluganbieter einen neuen „Mitarbeiter“ vorstellen. Eine süße kleine Fellnase mit dem passenden Namen „Sherlock“ flitzt da in einer blauen Weste von KLM über den Bildschirm, schnuppert an dem im Flugzeug liegen gebliebenen Handy und bringt es dann in Windeseile zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück. Der freut sich natürlich riesig und schon beim Zuschauen sind auch wir alle hellauf begeistert! Alle Herzen sind verzückt von dem schlauen Schnüffler, der ganz genau weiß, wem was gehört und bei dem auch Trainer Dirk van Driel sagt, die Reaktion der Passagiere seien „einfach fantastisch!“.

Rund 40.000 Fragen gehen pro Woche über soziale Medien bei KLM ein, so das Unternehmen. Davon betreffen die meisten Anfragen verloren gegangenes Gepäck. Das sei den Jungs und Mädels der „Lost & Found“-Abteilung der holländischen Fluggesellschaft eine ganz besondere Inspiration gewesen, ihre Ressourcen „aufzurüsten,“ sodass sie in Zukunft sogar mehr als die bislang immerhin 80 % der verlorenen Sachen wieder zurückgeben können. Als Grund für so eine Erfolgsquote wird die Hilfe über Social Media Kanäle besonders hervorgehoben. Und jetzt auch die eines kleinen, vierbeinigen Helfers.

Beagle Brigade an Flughäfen auf der Welt: Man hilft halt wo man kann!

Sherlock wurde auf „Muskelstärke, Ausdauer und natürlich Sozialisation“ trainiert, so van Driel. Dazu kommen hilfreiche Flug-Informationen wie die Sitznummer, Telefonnummer oder auch öffentlich einsehbare Informationen in den Sozialen Medien, um Fundstücke so schnell es geht an ihre Besitzer zurückgeben zu können. Doch Vorsicht: Wer sich jetzt vornimmt, bei dem nächsten Flug mit KLM im Flieger etwas zu vergessen um dem Beagle zu begegnen, der sollte sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Höchst wahrscheinlich wird euch euer Handy o. ä. nicht von Sherlock zurückgebracht.

Amsterdam Schiphol, Beagle Sherlock, KLM Royal Dutch

Nachdem nämlich auf die öffentliche Mitteilung der königlichen holländischen Fluggesellschaft eine ebenso öffentliche Diskussion entstand, ob und wie das denn in Wirklichkeit möglich sei, ruderte das Unternehmen zurück. Sherlock und das Video sei tatsächlich lediglich eine Marketing-Maßnahme, die auf humorvolle und anrührende Weise zeigen soll, wie sehr sich die Mitarbeiter bemühen, allen Betroffenen so schnell und einfach wie möglich ihre verloren gegangenen Sachen wieder zu bringen.

Doch Beagles im Flughafenbetrieb sind tatsächlich gar nicht so abwegig! Auf über ein Dutzend Flughäfen in den USA ist es gar nicht unüblich, kleine uniformierte Hunde der Rasse im offiziellen Auftrag über das Gelände laufen zu sehen. Da Beagles nämlich einen ganz besonders guten Geruchssinn haben, passen hier die „Beagle Brigades“ vom U. S. Department of Agriculture auf, dass keine verbotenen Nahrungsmittel und Substanzen in das Land eingeführt werden. Das können Pflanzen sein genau so wie Gemüse, Früchte oder Fleisch, die beispielsweise gefährliche Insekten oder Krankheiten beinhalten können. Falls euch also hier ein uniformierter Beagle entgegengelaufen kommt und sich zielgerichtet neben eurem Gepäckstück niederlässt, ist das vielleicht nicht ganz so erfreulich wie in dem holländischen Video nahegelegt. Der klare Vorteil bei einem Einsatz von Beagles ist es nämlich, dass sie an sich keinen Verdacht erwecken. Sie sind bei ihren phänomenalen Geruchs-Fähigkeiten nämlich so freundlich und lieb, dass sich niemand in ihrer Nähe unwohl fühlt – jedenfalls so lange, bis sie die Sicherheitsleute auf den Plan rufen.