Tja, für die Schüler unter euch war es das nun bald wieder mit den Sommerferien, oder aber ihr seid sogar schon wieder zurück im Schulalltag. Statt der unbegrenzten Freiheit, 6 Wochen ohne Pflichten verbringen zu dürfen, gibt es dann wieder Hausaufgaben, Lernen und Klausuren. Im Arbeitsleben gefangene Absolventen dagegen wünschen sich gerade diese Zeiten schon fast wieder zurück, so schlimm war’s ja nun doch nicht und die vielen Ferientage hatten ja schon was. ;) Doch fast alle haben oder hatten eines gemeinsam: Die entsprechende Bildungseinrichtung wird oftmals als grau, langweilig und öde wahrgenommen. Kein Wunder, so wurden viele Schulgebäude quasi rein zweckmäßig erbaut. Doch es geht auch ganz anders! Quer verteilt in der ganzen Welt gibt es ein paar wirklich außergewöhnliche Schulen, bei denen schon beim Anblick des Gebäudes garantiert keine Langeweile aufkommt, oder die durch ihre Größe oder Geschichte etwas ganz Besonderes sind. Also dann – setzt euch, Schreibzeug raus und mitgeschrieben, denn hier sind…

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…die außergewöhnlichsten Schulen der Welt

King’s School in Canterbury

Es geht los mit einem Sprung zurück in ganz alte Zeiten. Nämlich zur Gründung der ältesten Schule der Welt! Es handelt sich dabei um die King’s School im englischen Canterbury, der Stadt, die international bekannt ist für ihre bedeutende Kathedrale, für die sie auch als Domschule diente. Gegründet wurde die Schule, und jetzt wird’s krass, im Jahr 597, also vor über 1400 Jahren! Doch damit nicht genug, denn die Schule besteht auch weiterhin und unterrichtet zurzeit über 800 Schüler. Diese Schüler können sicherlich mächtig stolz sein auf die bedeutende und außergewöhnliche Geschichte ihrer Schule!

Mid-Cave Primary School in Zhongdong

Sehr außergewöhnlich gelegen ist diese Schule in China. Die Gründe für ihre Bauung sind leider nicht so schön, denn das Dorf Zhongdong in der chinesischen Provinz Guizhou ist von starker Armut betroffen, für eine „richtige“ Schule ist kein Geld da. Also wurde diese kurzerhand im Jahr 1984 mitten in einer Höhle eröffnet – eine Schule in der Höhle ist eben besser als gar keine Schule. Dies sah die chinesische Regierung jedoch anders und ließ die Schule im Jahr 2011 schließen, mit der Begründung, Chinesen seien keine „Gesellschaft von Höhlenmenschen“…

Schulfarm Insel Scharfenberg in Berlin

Gar nicht so weit weg, aber ebenfalls echt außergewöhnlich gelegen ist diese Schule in Berlin – oder sollte ich besser sagen, diese Insel? Denn die Schulfarm Insel Scharfenberg liegt mitten im Tegeler See in Berlin! Die Schule ist ein staatliches Gymnasium und auch ein Internat ist angegliedert. Neben der Lage ist auch die Schulform etwas besonderes, so ist das Unterrichtskonzept sehr praxisbezogen ausgerichtet – kein Wunder, denn durch die zahlreichen Tiere in der Schulfarm gibt es viele Einblicke in die Landwirtschaft, Anpacken gehört da eben dazu. Das Konzept scheint Erfolg zu haben, so existiert die Schule seit über 90 Jahren und hat derzeit rund 500 Schülerinnen und Schüler.

Monument Valley High School in Kayenta

Und, was seht ihr so, wenn ihr aus dem Fenster eures Klassenraums schaut? Lasst mich raten, Bäume und benachbarte Häuser? Die zugehörige Turnhalle? Jedenfalls sicherlich nichts dermaßen Aufregendes. Ganz anders ist es im US-Bundesstaat Arizona auf der Monument Valley High School. Die Schule liegt in einem Reservat der Navajo-Indianer nahe der Grenze zum Bundesstaat Utah und – wie der Name schon sagt – mitten im weltberühmten Monument Valley! Wenn die Schüler hier aus dem Fenster gucken, sehen sie die äußerst bekannten rötlichen Tafelberge, welche als Kulisse für unendlich viele Filme oder Werbungen dienten. Also ich bin mir nicht sicher, ob ich mich bei dem Ausblick so gut auf den Unterricht konzentrieren könnte… :)

City Montessori School in Lucknow

Durschnittlich gibt es etwa 700 Schüler in einer Schule. Aber ab wann würdet ihr eine Schule als so richtig groß bezeichnen? Ab 1.000 Schüler? 2.000 Schüler? Noch mehr? Ich denke aber, dass sich all diese Marken zerschlagen werden, wenn ihr euch mal diese Schule anschaut: Die City Montessori School in Lucknow, einer Millionenstadt in Indien, gilt als größte Schule der Welt. Sie wird besucht von – haltet euch fest – über 47.000 Schülern! Unfassbar, oder? Die private Schule ist, wie der Name schon sagt, eine Bildungsstätte, die nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik lehrt. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie so viele Schüler sowie die über 2.500 Lehrer in ein Gebäude passen sollen, könnt ihr beruhigt sein, verteilt sind sie auf knapp 20 Standorte in der Stadt. Doch ebenso gigantisch wie die Gesamtzahl der Schüler sind auch die Größen der Klassen, so sitzen hier durchschnittlich 45 Schüler im Klassenraum. Ziemlich krass diese größte Schule der Welt, oder?

Makoko Floating School in Lagos

Noch näher am Wasser gebaut als die „Insel-Schule“ in Berlin ist diese Schule in Nigeria. Die Klassenzimmer treiben nämlich auf dem Wasser im Makoko-Slum, einer Gemeinschaft auf dem Wasser in der Lagune der größten Stadt Nigerias. Der Slum wird oft als Schandfleck gesehen und soll sogar zerstört werden, dies wäre jedoch verheerend für die über 100.000 Bewohner, die zumeist in illegal erbauten Häusern auf Pfählen mitten im Wasser leben. Um den Slum jedoch aufzuwerten, vor seiner Auflösung zu bewahren, und natürlich den in Armut lebenden Kindern ihre wichtige Bildung zu ermöglichen, werden im Rahmen des „Lagos Water Communities Project“ die schwimmenden Schulen errichtet. Sie erinnern von ihrer Form an ein Zelt, treiben auf Plastikfässern und bieten ansonsten drei Stockwerke aus Holz und Solarzellen. Unten eine Art Pausenhof, in der Mitte der eigentliche Klassenraum und oben ein Open-Air-Klassenzimmer.

Die Schulen sind nur der Startschuss des Projektes, so sollen zudem noch schwimmende Häuser errichtet werden, die dann zu einer großen Gemeinschaft auf dem Wasser zusammengeschlossen werden sollen. Ein Umzug der Bewohner an Land kommt dabei nicht in Frage, zu wichtig ist der Fischfang als Haupteinnahmequelle. Wie ich finde, ein enorm wichtiges und gutes Projekt, was hilft, immer mehr Menschen im von bitterer Armut geprägten Slum ein geregelteres Leben zu ermöglichen und durch die Bildung auch in der Zukunft Chancen zu haben.

Makoko Floating School
Foto: facebook.com/NLEWORKS

Wahnsinn, wie anders und aufregend manche Schulen durch ihre Lage oder Geschichte doch sein können, oder? Da kommt sicherlich keine Langeweile auf! Wer von euch möchte vielleicht doch nochmal die Schulbank drücken? ;)