Erderwärmung, Global Warming, Eisschmelze… Dass die Erhitzung unseres Planeten nicht mehr nur politisches Larifari ist, sondern zum immer größer werdenden Problem wird, sollte auch dem letzten Ötzi mittlerweile klar sein. Die Folgen sind schon heute spürbar. Höhere Temperaturen in weiten Teilen der Erde, Flächenbrände, Wassermangel. Eine der wohl dringlichsten Folgen aber, mit der wir in Zukunft zu kämpfen haben, ist der Anstieg des Meeresspiegels. Das fortlaufende Abschmelzen der Polkappen lässt die Weltmeere immer weiter ansteigen. Ein paar Jährchen haben wir gewiss noch Zeit, aber in 200 Jahren wird mit einem Anstieg von mindestens einem Meter gerechnet. Viele Länder, wie wir sie jetzt kennen, wird es dann nicht mehr geben. Berlin als Stranddestination? Muss Holland nach NRW ausweichen? Schreitet die globale Erwärmung wie in den letzten Jahrzehnten fort, muss unsere Weltkarte neu gemalt werden, denn einige Länder werden in Zukunft verschwunden sein.

Bilder: © Nasa

Nasa-Forscher warnen vor Anstieg des Meeresspiegels

Ein paar Jahrhunderte haben wir noch locker Zeit, doch die Prognose sollte man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Auf einer Konferenz am 26. August im US-amerikanischen Miami haben Forscher ihre Messungen zur Entwicklung des Meeresspiegels präsentiert. Seit 1992 sind die Ozeane im Schnitt um 7,6 Zentimeter, mancherorts um 23 Zentimeter gestiegen. Als Grund sehen sie das Abschmelzen der Eisgletscher, aber auch die Erwärmung der Ozeane, durch die sich das Meerwasser ausdehnt. Während dabei oftmals an das Eis in der Antarktis gedacht wird, gilt die größere Besorgnis eigentlich dem Abschmelzen des Grönland-Eis, das aktuell mehr als doppelt so schnell schmilzt.

Langfristiges Ergebnis der Messungen: Das Eis schmilzt immer schneller. Berechnungen zufolge wird der Meeresspiegel in 100 bis 200 Jahren um einen Meter steigen – wobei auch drei Meter möglich seien, wenn etwa komplette Eisberge zusammenbrechen würden.

Folge dieses Anstiegs: Niedrig gelegene Landstriche, ganze Inselstaaten und Großstädte versinken im Wasser, darunter etwa die Niederlande, Tokio und Singapur. DENNOCH: Unsere Weltkarte würde sich nur geringfügig ändern. Nur ein Prozent der globalen Landmasse liegen weniger als fünf Meter über der Meereshöhe – und doch eine zu klärende Herausforderung. Wohin verlegen wir Holland? Was passiert mit der Traumdestination Malediven?

Meer-Küste-Steine

Vom Meeresspiegelanstieg betroffene Länder und Regionen

Viele Regionen in den Niederlanden liegen schon seit jeher weit unter dem Meeresspiegel. Mithilfe von Dämmen und Deichen versuchen die Holländer die Küstengebiete zu sichern – jährlich werden Milliarden dafür aufgebracht. Erhöht sich der Meeresspiegel nun aber um ‚lediglich‘ einen Meter, werden die halben Niederlande im Meer verschwunden sein.

In Bangladesch sieht die Lage nur wenig besser aus. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels würden die Küstengebiete überflutet, sodass ein Großteil der Bevölkerung ins Landesinnere ziehen müsste. Zudem erhöht sich die Gefahr von Flutwellen, Überschwemmungen und tropischen Stürmen.

Große Risiken… gut, wohl eher vernichtende Prognosen zeichnen sich für eine Vielzahl von kleinen Inselstaaten etwa in der Südsee ab. Sie liegen oftmals nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und würden bei einem Anstieg komplett verschwinden. Gleiches Schicksal wird über die Malediven hinwegfegen. Bei einem Anstieg von einem bis zwei Metern wäre eine Vielzahl der kleinen Inseln im Wasser versunken.

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Überschwemmte Regionen bei einem Meeresspiegelanstieg von 1 Meter. Foto: welt.de

200 Jahre und weiter – Sydneys Opernhaus als Unterwassermuseum?

Einen Meter Anstieg – der ja in den nächsten 200 Jahren prognostiziert wird – würde die Welt weitestgehend gut verkraften. Gehen wir jedoch auf die zwei, drei oder sogar vier Meter zu, würden einige Weltmetropolen komplett verschwinden, und abgelegene Dörfer, gegenwärtige Außenseiter, wären das neue Strandparadies.

Die Vorstellung ist skurril, doch in vielen Forschungsberichten ausschmückend dargestellt. In den kommenden 1000 Jahren und mehr werden Tokio, Singapur, große Teile der US-Ostküste und viele Städte und Länder Asiens im Wasser versinken. Prognostizieren wir einen Anstieg von zehn Metern, wird der Tower of London unter Wasser stehen, Brüssel am Meer liegen, Miami, Fort Myers und große Teile von New York Geschichte sein, und das Opernhaus in Sydney höchstens als Unterwassermuseum zu besichtigen sein.

Über 20 Prozent der Weltbevölkerung leben nur 100 Kilometer von der Küste entfernt und niedriger als 100 Meter über dem Meeresspiegel. Milliarden Menschen müssten alternativen Lebensraum besiedeln. Im Angebot hätten wir die kilometerlangen, unendlichen Wälder Russlands, die trockene, doch brauchbare Steppe Australiens, oder aber die kanadischen Weiten, zwischen Elchen und Braunbären.

The Sydney Opera House, viewed from Circular Quay in Sydney, Australia on September 7, 2008. It was designed by Danish architect Jorn Utzon.

Was ist eure Meinung zur globalen Erwärmung? Versucht ihr, die Umwelt zu schützen und Erderwärmung vorzubeugen? Oder ist es für euch reines Zukunftsgeplänkel?