Wenn es um abgelegene Orte geht, schreien doch sicherlich die Dorfkinder unter euch direkt auf und erzählen von ihrem Leben auf dem Dorf, das meist allerdings nur wenige Kilometer von der nächsten größeren Stadt entfernt lag. Doch ihr könnt beruhigt sein, es geht noch viiiel abgelegener! So gibt es Städte, welche quasi komplett von der Außenwelt isoliert liegen und mit normalen Verkehrsmitteln eigentlich überhaupt nicht erreichbar sind. Ob einsame Insel inmitten der Ozeane, isoliertes Dorf in den Bergen oder gottverlassene Stadt mitten im Urwald – die Reihe der abgelegensten Städte der Welt ist lang und vielfältig. Doch sie alle haben eines gemeinsam: Rundherum ist so ziemlich rein gar nichts, außer vielleicht das viel zitierte Ende der Welt. Also, wenn ihr absolute Ruhe wollt, dann schaut genau hin, denn hier sind die abgelegensten Städte der Welt!

Dubai Downtown Wüste
Auch die Metropole Dubai liegt inmitten der Wüste, drumherum ist so gut wie nichts.

Diese Städte liegen irgendwo im Nirgendwo:

Ittoqqortoormiit in Grönland | Mêdog in China | Supai in den USA

Longyearbyen auf Spitzbergen | Iquitos in Peru | Edinburgh of the 7 Seas auf Tristan da Cunha

Ittoqqortoormiit in Grönland

Nein, ich habe gerade nicht zufallsweise irgendwelche Buchstaben in die Tastatur gehauen, diese Stadt heißt so. Sie liegt im Osten Grönlands und ist das Zuhause für ganze 444 Einwohner. Diese leben quasi ausschließlich vom Fischfang und vom Tourismus. So gilt es für viele Reisende als Abenteuer, die vollkommen isolierte Stadt zu besuchen – allerdings nur bedingt möglich, denn das Meereis macht die Schiffsverbindung 9 Monate im Jahr unmöglich. Straßen? Fehlanzeige. Die einzigen alternativen Verbindungsmöglichkeiten sind der Hubschrauberlandeplatz oder der knapp 40 Kilometer entfernte Flugplatz. Abgesehen von dieser, naja, „eingeschränkten“ Verkehrsinfrastruktur dürfte es aber gar nicht mal so übel sein in Ittoqqortoormiit, neben der ohnehin atemberaubenden und unberührten Landschaft sieht der Ort mit seinen bunten Häuschen doch echt hübsch aus. :)

Mêdog in China

Und auch, wenn ihr ins chinesische Mêdog im autonomen Gebiet Tibet möchtet, steht euch eine durchaus ereignisreiche und abenteuerliche Reise bevor. Mêdog war lange Zeit nämlich ausschließlich über unwegsame Bergstraßen erreichbar, diese wurden jedoch zum Großteil wieder zerstört oder waren nur zu bestimmten Zeiten des Jahres passierbar. Grund hierfür sind die Naturgewalten, die die Kreisstadt ihrer Lage im östlichen Himalaya verdankt. Dadurch sind die etwa 10.000 Einwohner nämlich öfter mal Erdbeben, Schlammlawinen oder starken Monsunregen ausgesetzt, für befestigte Straßen sind das nun nicht wirklich die besten Voraussetzungen.

Somit war Mêdog oftmals komplett isoliert von der Außenwelt, Abhilfe schafft neuerdings jedoch der 2013 fertiggestellte Highway. Dieser verbindet die Stadt erstmals mit dem Rest des Landes und verkürzt auch die Versandzeit der Post drastisch, so dauerte es bis vor wenigen Jahren öfters mal einen ganzen Monat bis die Post aus Mêdog in der Hauptstadt Peking ankam. Die Entwicklung ist vielversprechend – jedoch nur in etwa 8-9 Monaten pro Jahr, die Naturgewalten machen auch dem Highway gerne mal einen Strich durch die Rechnung.

Supai in den USA

Mitten im weltberühmten Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona liegt der Ort Supai. Die nur knapp über 200 Einwohner sind trotz der Bekanntheit ihrer Umgebung allerdings komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Der einzige Weg nach Supai oder wieder hinaus ist entweder ein Flug mit dem Helikopter oder ein Ritt auf einem Maultier in Richtung der nächsten Straße, die sich knapp 13 Kilometer von Supai entfernt befindet. Doch nicht nur Menschen werden von den Maultieren transportiert, nein, die Tiere tragen hier sogar noch die Post aus, ein wahres Unikat gegenüber dem Rest der Vereinigten Staaten! Absolut kein Wunder, dass Supai als der abgelegenste Ort der Continental United States, also den 48 zusammenhängenden amerikanischen Bundesstaaten, gilt. Bekannt ist der Ort allerdings für seine Havasu-Wasserfälle, die immer wieder für spektakuläre Bilder sorgen und abenteuerlustige Touristen nach Supai locken.

Longyearbyen auf Spitzbergen

Longyearbyen auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen gilt als die nördlichste bewohnte Siedlung der Welt, zum Nordpol sind es hier nur noch knapp 600 Meilen. Doch ausgehende Straßen existieren auch hier nicht, die etwa 2000 Einwohner erreichen die anderen Orte auf Spitzbergen ausschließlich per Boot oder Schneemobil. Gegründet wurde Longyearbyen 1906 als Bergarbeiterstadt, heute sind vor allem die Forschung und, wer hätte das gedacht, der Tourismus die wichtigsten Faktoren für die Stadt. Longyearbyen wird oftmals als Startpunkt für Exkursionen genutzt und verfügt über ein gutes Angebot an Unterkünften und Gastronomie, daher rührt auch die hohe wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus. Auch der Flughafen trägt seinen Teil dazu bei, so ist er der nördlichste Flughafen der Welt, der Linienflüge anbietet.

Iquitos in Peru

Iquitos – mit über 400.000 Einwohnern die größte Stadt im peruanischen Regenwald. Die Hauptstadt der Region Loreto und der Provinz Maynas. Klingt gar nicht mal so unzivilisiert, oder? Iquitos ist jedoch, was Straßen angeht, komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt keine einzige Straße, die die Stadt mit dem Rest des Landes verbindet. Einzige Ausnahme ist eine knapp 100 Kilometer lange Strecke, die lediglich in die nächste Kleinstadt namens Nauta führt. Nauta ist ebenfalls eine Sackgasse, auch hier geht es nicht mehr weiter. Ansonsten ist Iquitos nur per Flugzeug oder per Boot zu erreichen, die Stadt liegt schließlich am Amazonas. Über diesen erreicht man auch Yurimaguas, die nächste Stadt mit Anbindung an das Straßennetz – nach etwa viertägiger Reise mit dem Boot.

Edinburgh of the Seven Seas auf Tristan da Cunha

Ich denke… nein, ich bin mir ziemlich sicher, das hier ist der abgelegenste Ort der Welt! Es handelt sich um Edinburgh of the Seven Seas, der einzigen Siedlung der Inselgruppe Tristan da Cunha, welche zum britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha gehört. Genauer gesagt befinden wir uns also im Südatlantik, ziemlich genau auf der Mitte zwischen dem afrikanischen und dem südamerikanischen Kontinent. Die 264 Bewohner der Insel nennen den Ort auch ganz einfach „The Settlement“, kein Wunder, so befindet sich der nächste bewohnte Ort unglaubliche 2440 Kilometer entfernt auf St. Helena. Besiedelt wurde die Insel ursprünglich als Stützpunkt für den Walfang, heute stellt der Fang und Vertrieb von Langusten den wichtigsten Wirtschaftszweig dar.

Erreicht werden kann Tristan da Cunha lediglich per Schiff, ansonsten besteht die einzige Anbindung an die Außenwelt in der Internet- und Telefonverbindung, die bis vor ein paar Jahren allerdings noch ziemlich teuer war. So kostete der Versand einer einfachen E-Mail mal eben 6,50 Pfund, eine Minute telefonieren fast 2 Pfund, ehe 2006 eine neue Satellitenverbindung hergestellt und die Preise drastisch gesenkt wurden. Ansonsten findet sich neben dem kleinen Örtchen nur noch ein großer Vulkan auf der Insel, oder soll ich besser sagen, der Vulkan ist die Insel? ;) Für mich aber eindeutig eine würdige Nummer 1 der isoliertesten menschliche Ansiedlungen unseres Planeten!

 

Unglaublich, wie abgelegen manche Städte liegen, oder? Zwar bestimmt schön, wenn man mal seine Ruhe haben möchte, aber auf Dauer?! Ich weiß ja nicht… Wie stellt ihr euch das Leben an einem der Orte vor, so fernab der nächsten Zivilisation? Wie lange würdet ihr das aushalten?