Mit 9.288 Kilometern ist die Transsibirische Eisenbahn die längste Eisenbahnstrecke der Welt. Sie führt von Moskau nach Wladiwostok und ist die Hauptverkehrsader von Russland. Zwischen den beiden Orten liegen insgesamt circa 400 Bahnhöfe. Bei einer Fahrt von Moskau nach Wladiwostok ohne Pause, wärt ihr länger als sieben Tage unterwegs. Das macht das Ausmaß der Transsib deutlich. In diesem Artikel gebe ich euch interessante und spannende Infos zu der Eisenbahnstrecke und ihren Zügen. Des Weiteren gebe ich euch Einblicke in die Routen, die Preise und vieles mehr.

Transsibirische Eisenbahn

Was ist die Transsibirische Eisenbahn?

Die Transsibirische Eisenbahn ist die längste durchgehend befahrene Eisenbahnstrecke der Welt. Der Startbahnhof befindet sich in Moskau, Endstation ist der Bahnhof in Vladivostok. Auf dem Weg von West nach Ost durchquert die Transsib zwei Kontinente (Asien und Europa). Während der 9300 Kilometer langen Strecke durchfahren Reisende innerhalb von 160 Stunden 7 verschiedene Zeitzonen.

Interessante Fakten zur Transsibirischen Eisenbahn

Die Transsibirische Eisenbahn ist nicht nur ein ellenlanges Streckennetz. Auch der Zug wird synonym damit bezeichnet. Wusstet ihr, dass die Strecke von Moskau bis zur Endhaltestelle in Wladiwostok zwei Kontinente umfasst? Den kleineren Teil der Strecke macht Europa aus, circa 80% der Strecke befinden sich auf dem asiatischen Kontinent. Während ihr gefühlt von einem Ende der Welt ans andere fahrt, durchquert ihr vier verschiedene Landschaften. Das sind die Wolga-Ebene, Ural, westsibirische Steppe und ostsibirische Bergtaiga. Die Transsibirische Eisenbahn überquert zudem 16 große Flüsse. Sie kommt an 89 Städten vorbei und fährt durch mehrere Zeitzonen. Im Jahr 2016 gab es einen Grund zu feiern: Die Eisenbahnstrecke hatte ihr 100-jähriges Jubiläum.

Beliebte Strecken der Transsibirischen Eisenbahn

Die Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn führt vom Moskau Jaroslawler Bahnhof bis nach Wladiwostok. Sie führt euch vorbei an interessanten Städten wie Nowosibirsk, Irkutsek und Omsk vorbei. Ein Highlight der Strecke ist auf jeden Fall der Balkaiabschnitt. Der berühmte Balkaisee gehört nicht ohne Grund zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Neben dieser Hauptstrecke gibt es zahlreiche alternative Routen. Besonders beliebt ist die Fahrt von Moskau durch die Mongolai bis nach Peking. Die Transmongolische Strecke zweigt von der Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn im Ort Ulan-Ude ab. Viele Touristen wählen die Reise in die entgegengesetzte Richtung von Peking nach Moskau. Grund ist der Zeitgewinn. Fahrt ihr von China nach Russland, schenkt euch die Fahrt auf der Transmongolischen Strecke immer wieder ein bisschen Zeit. Ein Jetlag ist damit ausgeschlossen und ihr gewinnt Zeit.

Eine weitere wichtige Route ist die Baikal-Amur-Magistrale, kurz BAM. Sie beginnt in Sibirien und endet in Russland. Sie erstreckt sich über mehr als 4.000 Kilometer und verläuft parallel zur Transsib.

Von einem russischen Grenzpunkt beginnt die Transmandurische Eisenbahn. Sie bringt euch über viele ssehenswerte Orte bis in Chinas Hauptstadt Peking.

Für alle Strecken und Routen solltet ihr mehrere Tage bis Wochen einplanen. Es gibt zahlreiche Städte und Orte entlang der Routen, in denen sich ein Aufenthalt lohnt.

Die Züge und Wagenklassen der Transsibirischen Eisenbahn

Die Transsibirische Eisenbahn befahren zahlreiche Züge. Kein Wunder, es ist die längste Bahnstrecke der Welt. Es gibt zig Unterschiede hinsichtlich der Betreiber, der Zugnummern, der Ausstattung und der Wagenklassen. Nachfolgend erfahrt ihr alles darüber.

Viele Regelzüge und ein Sonderzug

Für Fahrten auf der Transsibirischen Eisenbahn stehen euch zwei unterschiedliche Zugarten zur Auswahl. Regelzüge und ein Sonderzug. Die Regelzüge nutzen vor allem die Einheimischen sowie Touristen. Sie besitzen alle eine Nummer, die sie bezeichnet. Der Rossja hat die Nummern 1 und 2. Dieser Zug wird als Transsibirische Eisenbahn bezeichnet und ist der bekannteste Zug der Bahnstrecke. Des Weiteren gibt es den Baikal, den Vostok und viele andere unbekannte Züge der Transsib. Zusätzlich gibt es Unterschiede, von wem die einzelnen Strecken bedient werden. Beispielsweise bedient der chinesische Zug die Strecke von Moskau nach Peking. Von Peking nach Harbin fahrt ihr mit dem mandurischen Zug. Zu den russischen Zügen gehört beispielsweise der Rossja.

Die Regelzüge befahren die klassische Strecke von Moskau bis nach Wladiwostok. Des Weiteren könnt ihr mit den Regelzügen auch die Transmongolische Strecke und die Strecke bis zum Baikalsee fahren. Unter den Zügen gibt es qualitative Unterschiede. Jeder Touristenzug beziehungsweise Fernverkehrszug hat eine Nummer. Abhängig von dieser Nummer, könnt ihr den Service im Zug ausmachen. Es heißt: Je höher die Nummer ist, desto schlechter ist der Service. Auch in Bezug auf die Schnelligkeit unterscheiden sich die Züge. Es gibt die Hochkomfortzüge, die Expresszüge und die Passagierzüge. Die ersten beiden zählen zu den schnellen Zügen. Die Passagierzüge, sogenannte Passaschirskije sind langsamer und qualitativ minderwertiger. Die Regelzüge verfügen über verschiedene Wagenklasse mit unterschiedlicher Ausstattung.

Ein Highlight ist der Sonderzug Zarengold. Er fährt die gleichen Strecken wie die Regelzüge. Der Unterschied: Der Zarengold ist ausschließlich für Touristen. Einheimische trefft ihr in dem Sonderzug nicht. Stattdessen prägt Nostalgie die Ausstattung, der Service ist gehoben und die Bahnreise gleicht einem Luxustrip. Dementsprechend gestalten sich die Ticketpreise. Im Zarengold gibt es ein unterhaltsames Boardprogramm, einen professionellen Reiseleiter, eine gehobene Küche, einen Barwaggon und vieles mehr.

Transsibirische Eisenbahn

Die Wagenklassen der Regelzüge

Die Wagenklassen sind vergleichbar mit den Buchungsklassen auf Flügen. Von der Holzklasse bis zum Luxusabteil gibt es hier verschiedene Wagenklassen. Nicht alle sind in jedem Regelzug buchbar.

Die 3. Klasse: Platzkartny

Wer auf Service und Intimität verzichten und vergleichsweise wenig für ein Ticket für die Transsibirische Eisenbahn zahlen will, begnügt sich mit der dritten Klasse. Hierbei handelt es sich um einen Großraumwaggon, in dem es 54 Betten gibt. Hier geht es wuselig zu und es gibt keine abgetrennten Abteile. Vor allem Einheimische buchen diese Wagenklasse, da sie deutlich günstiger sind als andere Klassen. Allerdings könnt ihr die Tickets nicht überall buchen. Die Wagenklasse ist ideal für Touristen, die die fremde Kultur uneingeschränkt und kennen lernen und hautnah erleben wollen. Inklusive typischer Essensgeräusche und -gerüche!

Die 2. Klasse – Lupe

Um einiges komfortabler und ruhiger geht es in der zweiten Klasse zu. Die Kabinen verfügen über jeweils vier Betten und ihr könnt sie abschließen. Wer mehr Ruhe auf seiner Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn sucht, ist hier richtig. Des Weiteren gibt es zwei Waschräume pro Wagen, die sich insgesamt neun Abteile teilen müssen. Die Ticketpreise dieser Wagenklasse sind teurer und ihr trefft hier vorrangig Touristen aus aller Welt.

Die 1. Klasse – Lux

Bucht ihr Tickets für die erste Klasse der Transsibirischen Eisenbahn, zieht ihr in die Luxusklasse ein. In der teuersten Wagenklasse teilt ihr euch eine Kabine mit einer weiteren Person. Seid ihr zu zweit auf der fantastischen Reise, eignet sich diese Klasse bestens. In jeder Kabine gibt es zwei Betten. Sie stehen entweder übereinander oder nebeneinander. Es hängt davon ab, ob ihr einen russischen, mongolischen oder chinesischen Transsib bucht.

Die genannten Klassen sind die gängigsten in den Regelzügen. Es gibt weitere, die findet ihr aber nicht in allen Zügen. Einige gibt es nur in sogenannten Vorortzügen.

Abteilkategorien des Zarengold

Grundsätzlich sind die Wagenklassen im Sonderzug Zarengold komfortabler als in den Regelzügen. Insgesamt gibt es sechs Kategorien, die sich in der Ausstattung und im Komfort unterscheiden. Nicht alle Klassen könnt ihr bei allen Veranstaltern buchen.

Die 1. Kategorie – Standard

Hierbei handelt es sich um die unkomfortabelste Kategorie. In einer Kabine gibt es vier Betten, die übereinander stehen. Mittig steht ein Tisch. Die Waschräume für jeden Waggon mit neun Kabinen befinden sich jeweils am Ende.

Die 2. Kategorie – Gehobener Standard Classic

Die Kabinen dieser Abteile bieten euch mehr Platz als in der ersten Kategorie. Es gibt zwei Betten, die sich gegenüber stehen. Damit kommt kein Jugendherberge-Flair auf. Waschen könnt ihr euch in den Waschräumen an den Enden der Wagen. Hier findet ihr ebenso die Toiletten.

Die 2. Kategorie – Gehobener Standard Superior

Diese Wagenklasse ähnelt der Classic. Der Unterschied: Diese Kategorie unterlag einer Renovierung. Ihr findet hier jeweils zwei Betten pro Kabine. Die beiden Waschräume teilt ihr euch mit den anderen Gästen des Wagens.

Die 3. Kategorie – Nostalgie-Komfort

Eines ist sicher: Hier wohnt ihr wie einst die Zaren. Nostalgie pur und Annehmlichkeiten der Extraklasse warten auf euch. In den Abteilen finde ihr zwei übereinander stehende Betten und einen Sessel. Die Waschräume mit Toiletten und Duschen teilt ihr euch mit einer weiteren Kabine.

Die 4. Kategorie – Bolschoi

Das Deluxe-Abteil versorgt euch mit jeder Menge Platz und Komfort. Es stehen zwei Betten übereinander. Wobei das Untere größer ist und ihr könnt es euch gemeinsam gemütlich machen. Sitzmöglichkeiten, ein Tisch sowie ein kleiner Schrank sind weitere Einrichtungsgegenstände. Ihr verfügt über einen eigenen Waschraum mit Toilette und Dusche, den ihr euch nicht mit anderen teilen müsst. Auch für eine eigene Steckdose ist hier gesorgt.

Die 5. Kategorie – Bolschoi Platinum

Wer viel Geld für die Reise auf der Transsibirischen Eisenbahn auf der hohen Kante hat, kann es für die luxuriöseste Kategorie im Zarengold ausgeben. Mit mehr als sieben Quadratmeter sind die Zimmer die größten im Sonderzug. In einem Wagen kommen maximal zehn Gäste unter, in dem es nur fünf Abteile dieser Art gibt. In allen anderen Aspekten ähnelt diese Klasse der vierten Kategorie.

Transsibirische Eisenbahn

Tickets, Preise und Kosten für die Transsibirische Eisenbahn

Wer eine Reise auf der nostalgischen Strecke plant, muss sich bewusst sein: günstig ist etwas anderes. Vor allem, wenn ihr während der Reisen nicht auf Hygiene und Komfort verzichten wollt. Wählt ihr die Holzklasse in einem Regelzug, kommt ihr am günstigsten weg. Das ist zwar auch ein echtes Erlebnis, aber nicht für jeden Reisenden passend. Die Preise für ein Vierbett- oder Zweibett-Abteil sind um einiges höher. Die Ticketpreise hängen zudem vom gewählten Zug und der Strecke ab. Beispielsweise zahlt ihr für ein Ticket im Zweibettabteil im Regelzug für die Strecke von Moskau nach Peking circa 1.300€. Hinzu kommen Kosten für Hotelübernachtungen. Auf der Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn gibt es viele interessante Zwischenstopps in Städten, die ihr euch auf jeden Fall ansehen müsst.

Wollt ihr die verschiedenen Routen auf luxuriöse Weise befahren, fällt die Wahl auf den Sonderzug Zarengold. Die Ticketpreise, abhängig von der gewählten Abteil-Kategorie, sind um ein Vielfaches höher als für die Regelzüge. Viele Veranstalter bieten die Reise mit dem Zarengold in Verbindung mit Besichtigungen und Touren an. Eine Reise von circa zwei Wochen kostet schnell mehrere Tausend Euro.

Weitere Kosten entstehen für die Anreise zum Startpunkt eurer Reise. Ihr müsst zunächst nach Russland oder China reisen, um in einen Zug steigen zu können. Des Weiteren müsst ihr Kosten für die Verpflegung im Zug und während der Zwischenstopps einplanen.

Auf vielen Webseiten und bei vielen Anbietern könnt ihr Tickets für die Transsibirische Eisenbahn erwerben. Beachtet aber, dass ihr nicht alle Tickets bei jedem Anbieter erhaltet. Beispielsweise könnt ihr nur Tickets für ein Zweibett- oder Vierbett-Abteil für die Regelzüge buchen. Andere Anbieter haben ausschließlich Tickets oder Komplettpakete für den Sonderzug Zarengold im Sortiment.

Es wird klar, warum eine Reise auf der Transsibirischen Eisenbahn für viele ein Traum bleibt: Die Kosten können explodieren. Eine vernünftige Planung ist das A und O! Ich helfe euch gerne dabei!

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