Unentdecktes Berlin

12 Highlights in Berlin

Berlin kennt vermutlich jeder von euch. Viele fahren schon mit der Schule zum ersten Mal hin, spazieren durch Museen, bewundern die Sehenswürdigkeiten in Berlin Mitte und entdecken die beeindruckende Berliner Geschichte bei Besuchen der East Side Gallery und auch des Holocaust Mahnmals. Keine Stadt in Europa ist so facettenreich, bunt und spannend – und doch schaffen es die meisten von uns bei ihrem Citytrip nicht über das Zentrum hinaus.

Das ist sehr schade, denn alle 12 Bezirke Berlins haben ihren ganz eigenen Charme, strotzen nur so vor Sightseeing-Hotspots und bieten Ausflugsmöglichkeiten, die wir alle garantiert noch nicht auf dem Schirm hatten. Ich nehme euch mit auf eine Tour in ein Dutzend unterschiedliche Kieze, zeige euch, wie grün unsere Hauptstadt ist und welche Highlights ihr auf keinen Fall verpassen dürft, wenn ihr das nächste Mal in Berlin seid. Es warten blütenreiche Gärten, unfassbare Ausblicke, spannende Geschichten und tolle Geheimtipps auf euch!

Unterwegs wie die Locals

Spätestens, wenn man eine Stadt zum zweiten oder dritten Mal besucht und alle gängigen Sehenswürdigkeiten abgeklappert hat, wird es Zeit für mehr. Jedes Mal, wenn es für mich nach Berlin geht, will ich etwas Neues entdecken, abwechslungsreiche Viertel erkunden und beim Sightseeing noch viel spannendere Orte kennenlernen. Wenn ihr Bekannte oder Familie in Berlin habt, wird euch das leicht fallen – sollte das nicht so sein, habe ich einen besonderen Tipp für euch. VisitBerlin hat mit Going local eine App entwickelt, die euch viele coole und außergewöhnliche Tipps und Infos für die unterschiedlichsten Orte und Highlights der Stadt geben kann.

Mehr als 700 Tipps hat das Team zusammengetragen und bei all der Auswahl ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich habe mich vor meiner Tour und auch zwischendurch immer mal wieder daran orientiert und einige coole Spots entdeckt, die ich vorher noch nicht kannte. Das beste daran ist – sie ist völlig kostenlos!

Hier bekommt ihr die App:

12 Tipps für euren Berlin Trip

Bei derartigen Tipps ist es gar nicht so leicht, sich einige Favoriten für die nächste Städtereise nach Berlin herauszusuchen – das habe ich ziemlich schnell gemerkt. Um allen 12 Bezirken gerecht zu werden, stelle ich euch 12 Highlights vor, je eins pro Kiez. Einige davon kennt ihr vielleicht, andere werden euch vielleicht auch als Berlin Experten überraschen.

Greenwichpromenade, Reinickendorf

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich euch als allererstes eine Flaniermeile vorstelle? Ganz einfach, weil ihr hier ganz entspannt spazieren gehen, Boot fahren und die wunderschönen Häuser und Hausboote am Wasser bewundern könnt. Schon seit 1966 heißt der Uferstreifen wegen der Partnerschaft zum gleichnamigen Londoner Stadtteil „Greenwichpromenade“ –  ihr findet hier sogar eine typische rote Telefonzelle.

Radelt mit einem Leihfahrrad durch die Allee am Wasser, besorgt euch ein Picknick und genießt den Blick über den riesigen Tegeler See. Überall gibt es gemütliche Bänke, die zu einer Pause einladen. Wenn das Wasser gemächlich an die Mole schwappt, werdet ihr euch fühlen wie am Meer.

Die Greenwichpromenade in Reinickendorf ist ein tolles Ausflugsziel für alle, die nach dem Trubel der Großstadt Kraft tanken und die Ruhe genießen wollen.

Kolonnadenhof und Clärchens Ballhaus, Berlin Mitte

Berlin Mitte ist wuselig und laut – doch auch hier, mitten im Berliner Zentrum, gibt es einige tolle Ecken, an denen man es sich gemütlich machen kann. Wart ihr zum Beispiel schon mal im Kolonnadenhof der Museumsinsel? Der Innenhof ist von hohen Säulen gesäumt, es gibt Bänke, dichte, sattgrüne Hecken, große Skulpturen und jede Menge Platz für ausgiebige Foto-Sessions. Allein bei meinem Besuch wurden drei Hochzeitspaare fotografiert. Kein Wunder, bei dieser Kulisse. Der Innenhof ist auf alle Fälle ein entspannter Rückzugsort, wenn ihr den trubeligen Straßen und Museen für eine Weile entgehen wollt.

Mein absoluter Liebling in Mitte ist allerdings das zauberhafte „Clärchens Ballhaus“ in der Auguststraße. Natürlich ist das Tanzlokal mit wunderschönem Garten kein Geheimtipp. Trotzdem gehört es für mich zu den schönsten Orten in ganz Berlin. Geht unbedingt mal rein und werft einen Blick in den urigen und leicht maroden Tanzsaal. Ein faszinierendes Gebäude mit viel Charme.

Kleinstadtflair auf dem Markt, Pankow

Großstadtfeeling werdet ihr im Stadtteil Pankow nicht erleben, das kann ich euch versprechen. Hier, im Berliner Norden, geht es beschaulich zu. Besucht den kleinen Wochenmarkt auf der Mittelpromenade der Breite Straße, der hier jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag stattfindet, und sucht euch bei den Obst- und Gemüsehändlern ein paar gesunde Snacks aus. Regionale Händler bieten außerdem Honig, Fisch und Fleisch sowie mittags sogar Burger und leckeres Handbrot mit einer köstlichen Füllung aus Feta und getrockneten Tomaten.

Habt ihr euch auf dem Markt satt gesehen, dann macht einen kleinen Spaziergang in den Park und zum Schloss Schönhausen. Hier wohnte einst DDR Oberhaupt Wilhelm Pieck, aber auch Fidel Castro und Michail Gorbatschow haben hier während ihrer Staatsbesuche ihre Nächte verbracht.

Gärten der Welt, Marzahn-Hellersdorf

Koreanisches Flair, japanische Wasserspiele und bunt schillernde Kois im großen Wasserareal des Chinesischen Gartens – klingt das für euch nach einem Ort, den man in Berlin finden kann? Ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich nach einer Fahrt durch die Häuserschluchten von Berlin Mahrzahn Hellersdorf in den Gärten der Welt angekommen bin. Hier erwartet euch ein riesiges Garten-Areal voller bunter Blumen, beeindruckender Gewächshäuser und einem ganz besonderen asiatischen Flair. Startet eure Tour unbedingt im Glashaus, das extra importierte balinesische Bauten und viele exotische Pflanzen beherbergt. Wenn ihr euch eigentlich nach Indonesien wünscht, der Geldbeutel allerdings gerade keine Fernreise zulässt, erlebt ihr hier Bali hautnah.

Mein Favorit war allerdings der beeindruckende Orientalische Garten, der mit bunten Kacheln, einem fröhlichen Wasserspiel und Zitronenbäumen auf euch wartet. Hier könnt ihr euch in die wunderschönen Riads von Marrakesch träumen und so den Urlaub zu euch nach Berlin holen.

 

Orientalischer Garten

Altstadt und Schloss, Treptow-Köpenick

Nächster Stopp – Berlin Köpenick: Auch hier scheinen Hektik und Lärm der Großstadt ganz weit weg zu sein, denn in der zauberhaften Altstadt geht es zu wie in einem kleinen Dorf. Es gibt zahlreiche kleine Cafés, hübsche Läden und vor allem den perfekten Blick auf die Dahme, auf der ihr an sonnigen Tagen immer wieder kleine Floß-Boote und Kanus an euch vorbeifahren sehen werdet. Kauft euch beim Türken an der Ecke eine zünftige Salat-Tasche mit viel scharfer Soße und setzt euch auf die Stufen am Wasser. Beim Essen könnt ihr den Schwänen beim Leben zuschauen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Geht danach zurück in die Altstadt und bewundert die Statue des legendären Hauptmanns von Köpenick, der zu seinen Lebzeiten mit einer einfachen List zu viel Geld und Berühmtheit kam.

Danach solltet ihr einen Abstecher auf die Insel des Schloss Köpenick machen. Die Parkanlage und auch das Schloss selbst sind wirklich eine Augenweide.

Eingang zum Schloss Köpenick

Tempelhofer Feld, Neukölln

Die meisten von euch werden von meinem nächsten Highlight, dem Tempelhofer Feld schon gehört haben. Doch seid ihr schon mal selbst dort gewesen? Wenn nicht, kann ich einen Ausflug hierher unbedingt empfehlen. Die schier endlose Rollfläche des Flughafens Tempelhof ist nämlich perfekt für alle, die sich gerne sportlich betätigen, einen Grill-Nachmittag planen oder einfach nur den anderen Besuchern dabei zuschauen wollen, wie sie mit ihren Roll-Wagen und großen Kite-Segeln über die lange Landebahn cruisen. Es gibt einen eigens abgesperrten Bereich, in dem die Sportler neue Tricks einstudieren oder an ihren Skills feilen. Es werden sogar Kite-Kurse angeboten.

Der Zutritt ist übrigens völlig kostenlos und jeden Tag möglich. Schnappt euch also eine Picknickdecke, nehmt euch einen Salat mit und genießt das sportliche Treiben, spontane Tanz-Sessions und vieles mehr auf dieser einzigartigen Anlage zwischen Neukölln und Tempelhof.

Tempelhofer Feld

Tierpark, Lichtenberg

Seid ihr mit euren Kindern in Berlin? Dann nichts wie ab in den Tierpark in Berlin Lichtenberg. Die gesamte Parkanlage ist außerordentlich groß. Wer nicht regelmäßig auf den Plan schaut, wird bei den vielen abzweigenden Pfaden schnell mal die Orientierung verlieren. Spaziert über die Waldwege zu den Kängurus, geht dann weiter zu den friedlichen Nashörnern und beobachtet die jungen Elefanten bei einem ausgiebigen Heubad auf der Anlage. Überall findet ihr Schilder, auf denen ihr viele interessante Infos über Alter, Namen und Eigenheiten der Tiere finden könnt.

Eine wohlverdiente Pause könnt ihr an einer der unterschiedlichen gastronomischen Einrichtungen einlegen, hier gibt es alles, was das Kinder- und Elternherz begehrt. Auch hier zeigt sich wieder, dass Berlin weit mehr zu bieten hat als das Zentrum.

Der Tiergarten in Berlin Steglitz

Klein Venedig, Spandau

Wer Wasser mag, wird Spandau lieben. Schon vor vielen Jahren predigte meine Oma, ich solle mal nach Spandau fahren, da gäbe es die schönsten Ruderstrecken der ganzen Stadt. Bei meiner Tour durch die 12 Kieze der Stadt wollte ich es mir deshalb nicht nehmen lassen, das vielgelobte Klein Venedig an einem Samstagvormittag anzusteuern.

Beim Kanu-Verleih mit dem treffenden Namen „Der Bootsladen“ habe ich für eine Stunde ein Kanu gemietet, bin durch die weit verzweigten Wasserwege von Havel und Stössensee gefahren und habe mich gefühlt wie in Schweden. Nach einer kurzer Einweisung kann sich jeder am Paddel versuchen und sich den Weg entlang bildhübscher Häuser und kleiner verschlafener Bootsanlegestellen über das Wasser bahnen. Grüne Weiden wiegen sich hier im Wind und hin und wieder sieht man Fische, die unter dem Boot umher huschen. Ein kleines Berliner Idyll, das ihr euch nicht entgehen lassen dürft!

Wasserwege in Berlin Spandau

Volkspark, Friedrichshain-Kreuzberg

Friedrichshain Kreuzberg ist hip und alternativ. Hier gibt es kleine Restaurants, hübsche Cafés und viele tolle Märkte, vegane Einkaufsmöglichkeiten und zahlreiche Boutiquen, in denen man coole und einzigartige Kleidungsstücke finden kann. Ganz nebenbei findet ihr hier mit der East Side Gallery und der Oberbaumbrücke zwei der absoluten Lieblingsfotomotive der Hauptstadt.

Eines jedoch wird von vielen immer wieder übersehen – der weitläufige Volkspark. Hier gibt es einen Ort, an dem ihr eure Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen könnt. Den Märchenbrunnen nämlich, der mit den steinernen Märchenfiguren und dem beruhigenden Wasserplätschern ein weiterer, entspannter Rückzugsort in der großen Metropole ist. Kommt unbedingt mal vorbei und genießt die Ruhe.

Märchenbrunnen Friedrichshain

Gasometer, Tempelhof-Schöneberg

Eine fantastische 360 Grad Aussicht und ein kleiner Adrenalinkick wartet hingegen in Tempelhof-Schöneberg auf euch. Vielleicht habt ihr den stählernen Gasometer schon mal im Vorbeigehen entdeckt, doch sicherlich wusstet ihr noch nicht, dass man hier bis in 80 Meter Höhe steigen kann, oder?

Mehr als 400 Stufen habt ihr mit eurem kundigen Guide zu bewältigen, wenn ihr Berlin mal aus einer völlig neuen und ziemlich einzigartigen Perspektive erleben wollt. Alleine ist der Aufstieg übrigens nicht möglich, denn der Gasometer ist als ehemalige Industrieanlage kein Kletterpark für Adrenalinjunkies. Meldet euch deshalb für eine abendliche Führung an und lasst euch alles zu diesem außergewöhnlichen Bauwerk erklären, während ihr zuseht, wie die Sonne langsam am Horizont versinkt. Die Aussicht ist bombastisch!

Gasometer Schöneberg
Gasometer Schöneberg

Botanischer Garten, Steglitz-Zehlendorf

Grüner geht’s nicht, könnte man sagen, wenn man vom Botanischen Garten in Steglitz-Zehlendorf spricht. Beeindruckende Gewächshäuser begrüßen euch, wenn ihr den Weg hinauf zur malerischen Gartenanlage schlendert. Geht unbedingt hinein und macht euch auf die Suche nach den metergroßen Seerosen, die ihr sonst nur in fernen Ländern wie Mauritius finden werdet. Erkundet die Welt der Tropen und Subtropen und genießt die Ruhe bei einem guten Buch in den verschlungenen Wegen der Glasbauten.

Draußen könnt ihr auf der weitläufigen Terrasse ein Stück Kuchen verspeisen und dabei den Fröschchen zuhören, die sich in den Teichen tummeln. Ein Besuch im Botanischen Garten ist wie eine kleine Weltreise, die euch die Schönheit unserer Erde nochmal so richtig in Erinnerung ruft. Zauberhaft und lohnenswert.

Botanischer Garten Berlin

Teufelsberg, Charlottenburg-Wilmersdorf

Letzter Tipp auf meiner Erkundungstour durch die 12 Stadtteile Berlins ist die spektakuläre ehemalige Abhöranlage auf dem Teufelsberg in Charlottenburg. Schon am Eingang wird klar – hier wartet etwas ganz Besonderes auf euch. Meldet euch unbedingt bei einer Zeitzeugen-Führung über die Anlage an und lasst euch erzählen, wie es hier oben während des Kalten Krieges zuging. Briten und Amerikaner hörten hier die russischen Funksprüche aus dem Berliner Umland ab und sollen, so erzählt mir der Guide, die eine oder andere politische Entscheidung dieser brisanten Zeit entscheidend beeinflusst haben.

Die großen, weißen Abhörtürme sind derzeit nicht für Besucher begehbar, doch drumherum gibt es trotzdem jede Menge zu entdecken. Während über euch die Plastikfetzen der Turmabdeckung im Wind wehen, spaziert ihr unten vorbei an bunten Graffitis, zusammengewürfelten Sitzgelegenheiten und den Arbeitsplätzen einiger Künstler, die sich in dieser spannenden Umgebung ganz besonders inspiriert zu fühlen scheinen. Spannend und ein absolutes Muss für Berlin Besucher.

Ehemalige Abhöranlage auf dem Teufelsberg in Charlottenburg

Noch nicht genug von Berlin?

Das waren sie, die 12 Highlights meiner letzten Berlin Tour. Natürlich gibt es noch hunderte weitere spannende Orte, Sehenswürdigkeiten und Geschichten in Berlin zu entdecken. Mit dieser Top 12 habe ich nur an der Oberfläche gekratzt, da könnt ihr sicher sein. Um bestens informiert zu sein, kann ich euch die Going local App wirklich ans Herz legen. Hier findet ihr in jedem der Stadtteile garantiert noch einige weitere spannende Ausflugsziele, die ihr euch auf eure Sightseeing-Liste für die Hauptstadt schreiben müsst. Da ist garantiert auch für echte Berliner noch die eine oder andere Überraschung dabei. Viel Spaß!

Berlin Urlaub

 

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