Eine Reise zum Mittelpunkt Deutschlands

Die Mitte unseres Landes

Habt ihr Lust auf ein kleines Abenteuer? Begleitet mich auf meiner Reise zum Mittelpunkt Deutschlands! Wenn ihr euch bisher noch nie gefragt habt, welcher Ort oder welche Sehenswürdigkeit sich in der Mitte der Republik befindet, dann keine Sorge, das habe ich bis vor Kurzem auch nicht.

Doch dann war es so weit: Ich bin zum mittleren Punkt Deutschlands gereist – genauer gesagt nach Niederdorla in der Gemeinde Vogtei. Was genau mich dort erwartet hat und welche Sehenswürdigkeiten sich in der Umgebung dieses besonderen Standortes befinden, das zeige ich euch jetzt!

Der Mittelpunkt Deutschlands

Ich habe schon so einige aufregende Orte in meinem Leben gesehen. Ein Ort fehlte aber bis vor Kurzem noch auf meiner Bucket-List: der Mittelpunkt Deutschlands. Zugegeben, es herrscht ein kleiner Streit darüber, welcher Ort nun wirklich in der Mitte Deutschlands liegt. Doch die Einwohner Thüringens sind sich sicher: die Mitte liegt ganz klar im Ort Niederdorla in der Gemeinde Vogtei. Immerhin eines hat Niederdorla den anderen angeblichen Mittelpunkten voraus: Das Thüringer Dorf wurde als erster Ort zum Mittelpunkt ernannt. Bei meiner Ankunft fällt mir auf: Der Ort ist generell schon mal ziemlich ruhig und auch der besagte Mittelpunkt wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Trotzdem hat es etwas Magisches an sich, genau dort zu stehen, wo sich die Mitte Deutschlands befinden soll. Sofort entdecke ich eine Linde und einen großen Stein, auf dem der Umriss Deutschlands und der Mittelpunkt zu sehen sind.

So sieht es am ersten ernannten Mittelpunkt Deutschlands aus.

In dem Moment, als ich die Steintafel betrachte, wirkt es für mich noch unwirklicher genau dort zu stehen, wo sich die beiden Linien treffen. Und direkt kommt in mir eine Frage auf: Wer hat wann bestimmt, dass das hier der Mittelpunkt Deutschlands sein soll? Kann man das überhaupt so genau sagen? Als ich um den Stein herumlaufe – noch immer realisiere ich nicht, am Mittelpunkt zu stehen – entdecke ich eine Tafel, die eine Antwort auf meine Frage parat zu halten scheint. Zwei Fachexperten haben im Jahr 1990 den Mittelpunkt Deutschlands vermessen, indem sie die entferntesten Punkte in der Nord-Süd- und Ost-West-Richtung wählten und so die Koordinaten für den Mittelpunkt Deutschlands bestimmten. Daraufhin pflanzte man im Februar 1991 eine 12 Meter hohe Kaiserlinde als Wahrzeichen. Eine schöne Idee, wie ich finde. Ich verweile noch ein bisschen an diesem besonderen Ort und erkunde dann, was es noch so Sehenswertes in der Umgebung gibt.

Auf einer Tafel könnt ihr nachlesen, wie der Punkt berechnet wurde.

Sehenswertes in der Umgebung

Mein erstes Ziel, das ich in der Umgebung ansteuere, ist das Opfermoor Vogtei. Es grenzt direkt an den Mittelpunkt Deutschlands und ist daher ganz bequem zu Fuß erreichbar. Das Opfermoor war einst eine bedeutende Kultstätte der Kelten und anderer germanischer Stämme. Wissenschaftler legten die Stätten und eine Siedlung bei Ausgrabungen frei. Wie das Leben hier damals ausgesehen hat, könnt ihr auf einem Freigelände erleben. Eine Siedlung aus dem 3. Jahrhundert und zehn Kultanlagen wurden hier rekonstruiert, um eure Vorstellungskraft zu wecken. In einer Ausstellung könnt ihr außerdem Originalfunde der Ausgrabung bestaunen.

  • Etwa zwölf Kilometer entfernt liegt die Vogelschutzwarte Seebach – wohlgemerkt die älteste Vogelschutzwarte Deutschlands. Diese findet ihr in der Wasserburg Seebach im Unstrut-Hainich-Kreis. Das Leben und der Schutz der Vögel wird hier für euch erlebbar gemacht.

  • Wer sich besonders für Ruinen interessiert und gerne malerische Aussichten genießt, sollte einen Abstecher zur mittelalterlichen Burgruine Haineck machen. Die um 1392 errichtete Burg thront über dem Ort Nazza. Einen tollen Ausblick bietet der Südturm der Ruine.
  • Eine weitere Sehenswürdigkeit, etwa 20 Kilometer vom Mittelpunkt Deutschlands entfernt, ist das Kloster Volkenroda. Das 1131 gegründete Kloster besitzt die älteste, noch erhaltene Zisterzienser-Klosterkirche Deutschlands. Glanzstück ist der Christus-Pavillon, in dem Gottesdienste sowie Kunst- und Kulturveranstaltungen stattfinden.
  • Seid ihr schon mal mit einer Draisine über eine alte Kanonenbahn gefahren? Ich gebe zu, sowas macht man nicht alle Tage, aber genau deshalb solltet ihr euch dieses kleine Abenteuer in Lengenfeld unterm Stein nicht entgehen lassen. Genießt bei der Fahrt die umliegende Natur und bestaunt die historischen Bauwerke, die auf eurem Weg liegen.
  • Die Besichtigung von Burgen darf bei euren Städtetrips nicht fehlen? Dann merkt euch mal die Burg Normannstein. Ihre Besonderheit: Sie ist eine der wenigen noch im Originalzustand erhaltenen mittelalterlichen Burgen. Im Restaurant Burg-Normannstein könnt ihr euch außerdem kulinarisch verwöhnen lassen oder in einer Ausstellung mehr über die Geschichte der Burgen im Werratal erfahren. Übrigens: Das Werratal ist ein echtes Rad- und Paddelparadies.
  • Bleiben wir beim Thema Burgen und schauen uns die Burg Creuzburg mal genauer an. Das im Jahr 1170 erbaute Bauwerk zählt zu den größeren romanischen Burganlagen Deutschlands. Schlendert gemütlich durch den angrenzenden Park, erfahrt im Museum mehr über die Burg oder macht es euch im Restaurant gemütlich.
  • Zu guter Letzt geht es hoch hinaus. Im Kletterwald Hainich könnt ihr euch auf mehr als 120 Kletterelementen in zehn Parcours austoben. Verschiedene Schwierigkeitsgrade fordern jedermann heraus.
  • Ihr möchtet weitere sehenswerte Orte und Gebäude ansteuern? Ich zeige euch die top Sehenswürdigkeiten der Welterberegion Wartburg Hainich.

Los geht die Reise!

Ihr steht gerne im Mittelpunkt? Wieso dann nicht mal einen Trip zur Mitte Deutschlands planen? Jetzt wisst ihr ja, wo genau ihr diesen Punkt findet und was euch dort erwartet. Aber selbst dort zu stehen, das ist nochmal was ganz anderes und hat auch etwas Magisches an sich. Viel Spaß auf eurer Reise zum Mittelpunkt Deutschlands!

Welterberegion Wartburg Hainich

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