Mauerreste in Berlin

Berliner Mauerreste - Begebt euch auf eine spannende Tour

Die Berliner Mauer, die unsere Hauptstadt einst in Ost und West teilte, ist auch heute noch, knapp 30 Jahre nach ihrem Fall, ein wichtiger Bestandteil von Berlin. Touristen aus aller Welt lockt es zu den übrig gebliebenen Mauerresten, die man in vielen Teilen Berlins heute noch begutachten kann.

Doch wo genau findet man eigentlich die geschichtsträchtigen Überreste und welche davon sind Teil der echten Mauer und welche nur Nachbau? Im folgenden Artikel erfahrt ihr alles Wichtige für eure ganz eigene Berliner Mauer Tour, bei der ihr spannende Einblicke in ihre Geschichte erhaltet. Seid ihr bereit?

Video: Berlin

Geschichte der Berliner Mauer

Um euch vorweg etwas auf eure Tour einzustimmen, gibt es noch einige historische Fakten über die berühmte Berliner Mauer, die heute eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Berlin ist – oder zumindest jene Überreste, die noch davon übrig geblieben sind.

Begonnen hat man den Bau der Berliner Mauer in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961, nachdem das damalige Staatsoberhaupt der DDR, Walter Ulbricht, den Befehl unterschrieben hatte, die Grenze endgültig zu schließen. Die Armee, die Polizei und Betriebskampfgruppen sorgten dafür, dass innerhalb der nächsten Monate eine Grenze mit einer Gesamtlänge von 155 Kilometern entstand, die später etwas mehr als 28 Jahre lang den Ostteil, damals die Hauptstadt der DDR, vom Westteil Berlins trennte – selbst Bahnhöfe, Friedhöfe und Kirchen blieben dabei nicht verschont. Um ganz Westberlin herum errichtete man befestigte Grenzanlagen, Beobachtungstürme und Bunker, sodass es den Bewohnern gar nicht mehr möglich war, von einem Teil der Stadt in den anderen zu gelangen. Auch jegliche Verbindungen zum Berliner Umland waren fortan undenkbar.

Die Berliner Mauer ergänzte nun die 1.378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland, die es schon knapp zehn Jahre zuvor gab, um den damaligen Flüchtlingsstrom zu stoppen. Insgesamt kamen mehr als 200 Menschen bei dem verzweifelten Versuch, von Ost nach West zu gelangen, ums Leben.

Der 9. November 1989 war der Tag, der alles veränderte…

Der 9. November 1989 war schließlich der Tag, der alles veränderte: Die politische Wende in den späten 80er Jahren und die friedliche Revolution der DDR brachte die Berliner Mauer zum Fall – nach insgesamt 28 Jahren, 2 Monaten und 27 Tagen. Ein Tag, der Geschichte schrieb und auch heute noch viele Bürger, aber auch Besucher aus aller Welt bewegt.

Den Berliner Mauerresten auf der Spur

Mauerweg – einmal quer durch Berlin

Auch knapp 30 Jahre nach dem Mauerfall wollen Besucher noch die wenigen Reste sehen, die von der Berliner Mauer zurückgeblieben sind. Die beste Art und Weise, um diese zu finden, ist der Mauerweg, den ihr am besten bei einer Wander- oder Radtour zurücklegen könnt. Ich zeige euch, welche Stationen ihr euch entlang der insgesamt 160 Kilometer langen Trasse nicht entgehen lassen solltet. Einige Reste der Vorder- und Hinterlandmauer sowie drei Wachtürme stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.

Gedenkstätte Berliner Mauer

Startet eure Tour am besten an der offiziellen Gedenkstätte Berliner Mauer, die ihr an der Bernauer Straße 111 findet. An diesem geschichtsträchtigen Ort, an dem der Grenzstreifen einst Hunderte von Menschen trennte, die nur wenige Häuserblöcke voneinander entfernt wohnten, könnt ihr in einem Dokumentationszentrum die ganze Geschichte Berlins vom Bau bis zum Fall der Mauer nachvollziehen. Das Mahnmal, an dem sich heute ein 70 Meter langes Stück der Mauer mit Grenzstreifen und Wachturm befindet, erinnert außerdem an die tragischen Schicksale der Menschen, die sich für ihre Flucht teilweise aus den Fenstern stürzten, um vom Osten in den westlichen Teil Berlins zu kommen.

Berlin Mauerradweg

Invalidenfriedhof auf dem Todesstreifen

Der Invalidenfriedhof in der Scharnhorststraße zählt zu den ältesten Friedhöfen Berlins und liegt zum Teil auf dem ehemaligen Todesstreifen. Zur Zeit des Mauerbaus wurde in den 60er Jahren für die Grenzsicherungsanlagen ein Teil des Friedhofs eingeebnet – heute sind nur noch rund 200 von insgesamt 3.000 Gräbern erhalten. Auch hier erinnern an der hinteren Sperrmauer, die zum größten Teil aus Betonplatten erbaut ist, noch einige lückenartige Teile an die einstige Berliner Mauer, genauso wie der Kolonnenweg, der entlang des Todesstreifens führte.

Niederkirchnerstraße nahe Potsdamer Platz

Der nächste Stopp befindet sich nicht weit entfernt vom Potsdamer Platz, in der Niederkirchnerstraße. Hier, auf dem Gelände des Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“, zwischen den Stadtteilen Berlin-Mitte und Kreuzberg, könnt ihr ein 200 Meter langes Originalstück der Berliner Mauer besichtigen. Dieser Teil der Berliner Mauer steht seit dem Jahr 1990 unter Denkmalschutz.

Topographie des Terrors in Berlin
Topographie des Terrors. Foto: Candice Pun

Checkpoint Charlie in Kreuzberg

Es ist einer der Touristen Highlights schlechthin – der berühmte Checkpoint Charlie in Berlin-Kreuzberg, ein ehemaliger militärischer Kontrollpunkt zwischen Ost- und West-Berlin. Nur knapp 100 Meter vom bereits im Jahr 1962 eröffneten Mauermuseum entfernt, findet ihr ein kleines, originales Stück Berliner Mauer. Der asphaltierte Weg, der einst als Patrouillenweg für die Grenzwachen diente, steht heute unter Denkmalschutz.

Zu guter Letzt dürft ihr euch die East Side Gallery in Friedrichshain nicht entgehen lassen, die mittlerweile ein echtes Kunstwerk darstellt, denn hier findet ihr das mit 1,3 Kilometern längste erhaltene Mauerstück der Stadt. Die ehemalige Hinterlandmauer wurde von sage und schreibe 118 kreativen Künstlern aus insgesamt 21 Ländern fantasievoll bemalt. Die East Side Gallery, die übrigens die längste Open-Air-Galerie der Welt darstellt, ist nicht weit vom Ostbahnhof entfernt und verläuft entlang der Spree. Das wohl berühmteste Kunstwerk ist hier der sozialistische Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker, der vom russischen Maler Dmitri Wladimirowitsch Wrubel stammt.

Seid ihr bereit für Berlin?

Natürlich war das nur ein Bruchteil des 160 Kilometer langen, historischen Themenpfads quer durch Berlin. Macht euch am besten selbst auf den Weg, sei es zu Fuß oder auf zwei Rädern, und entdeckt die teils originalen, teils rekonstruierten Mauerreste, Wachtürme und weitere Geschichtszeugnisse und taucht ein in die Geschichte unserer Hauptstadt!

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