Heidschnuckenweg

Einzigartige Wanderung durch die Lüneburger Heide

Sanftwellige Wege, faszinierende Naturlandschaften und kulturelle Höhepunkte umgeben von der Magie der Heideblüte – so lässt sich der Qualitätswanderweg Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide in wenigen Worten beschreiben.

Der Heidschnuckenweg verbindet die Heideperlen der Lüneburger Heide und bietet euch damit ein einzigartiges Wandererlebnis, das es in Deutschland kein zweites Mal gibt. Auf insgesamt 223 km wandert ihr durch die schönsten Heidelandschaften: Angefangen von der Nordheide in Hamburg-Fischbeck bis hin zur Südheide in der Residenzstadt Celle.

Sonnenuntergang auf dem Heidschnuckenweg
Eine Wandertour auf dem Heidschnuckenweg

Deutschlands schönster Wanderweg

Eine Wanderung auf dem Heidschnuckenweg ist die beste Möglichkeit, die landschaftliche Vielfalt der Lüneburger Heide nicht nur kennen-, sondern vor allem lieben zu lernen.

Am 7. Juli 2012 wurde der Heidschnuckenweg das erste Mal eingeweiht. Nicht ohne Grund wurde der Wanderweg bereits ein Jahr nach seiner Einweihung von der Fachzeitschrift „Wandermagazin“ auf den dritten Platz der schönsten Wanderwege Deutschlands gewählt. 2014 schaffte es der Fernwanderweg der Lüneburger Heide mit seiner zweiten Etappe (es gibt insgesamt 13 Etappen) sogar an die Spitze und wurde damit Deutschlands schönster Wanderweg.

Ausgezeichnet und preisgekrönt

Aber damit nicht genug der Auszeichnungen: Der Heidschnuckenweg wurde als Norddeutschlands einziger Wanderweg vom Deutschen Wanderverband zum Qualitätsweg Deutscher Wanderverband zertifiziert.

Mit seinem Weg entlang grüner Misch- und Kieferwälder, mystischer Moorgebiete, sagenhafter Kulturstätten und idyllischer Dörfer der Heide wundert es mich nicht, dass der Heidschnuckenweg es auch auf die Liste der Top Trails of Germany, den besten Wanderwegen Deutschlands, geschafft hat!

Wanderschuhe auf dem Heidschnuckenweg
Wanderschuhe für den Heidschnuckenweg | Foto: ©Lüneburger Heide GmbH

Vom Norden bis in den Süden

Der Heidschnuckenweg führt über insgesamt 30 prächtige Heideflächen. Startpunkt für eure Tour ist Fischbeck, am Rande von Hamburg in der Nordheide.

Von den Harburger Bergen geht es über 13 Etappen und 223 Kilometer über das autofreie Naturschutzgebiet bis in die schöne Residenzstadt Celle in der Südheide, wo sich bereits die europäischen Royals wohlgefühlt haben.

Gut zu wissen:

Nicht auf allen Etappen des Heidschnuckenwegs sind genügend Gaststätten zu finden. Denkt bei eurer Wanderung also unbedingt daran, euch ausreichend Wasser und Verpflegung mitzunehmen.

Auf dem Heidschnuckenweg erwarten euch weitestgehend flache, leichtwellige Landschaften. Verwachsene, unwegsame Abschnitte gibt es nicht und auch Steigungen sind nur auf kurze Strecken beschränkt. Das macht den Heidschnuckenweg nicht nur für sportliche Wanderer, sondern auch für entspannte Genusswanderer attraktiv.

Etappen des Heidschnuckenwegs

Fischbeck – Buchholz: 26 km
Buchholz – Handeloh: 15 km
Handeloh – Undeloh: 17 km
Undeloh – Niederhaverbeck: 14 km
Niederhaverbeck – Bispingen: 17 km
Bispingen – Soltau: 23 km
Soltau – Wietzendorf: 18 km
Wietzendorf – Müden: 14 km
Müden – Faßberg: 7 km
Faßberg – Oberoher Heide: 19 km
Oberoher Heide – Weesen: 12 km
Weesen – Dehningshof: 13 km
Dehningshof – Celle: 27 km

Seid ihr wirklich fit auf den Beinen, sind alle 13 Etappen des Heidschnuckenweges für euch in etwa zehn Tagen zu meistern. Es gibt aber natürlich auch die Möglichkeit, dass ihr euch nur Teilabschnitte für eure Wanderung vornehmt. Eine Strecke ist je nach Etappe und eurem Lauftempo perfekt für einen Tagestrip geeignet.

Möchtet ihr mehrere Etappen bewältigen und Unterkünfte für eure mehrtägige Wandertour buchen, könnt ihr übrigens von dem Gepäcktransfer der Lüneburger Heide Gebrauch machen und euer Gepäck entspannt zur nächsten Unterkunft transportieren lassen.

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Entlang Heideblüten und Wacholder | Foto: ©Lüneburger Heide GmbH

Wilseder Berg – der Landschaftshöhepunkt auf dem Heidschnuckenweg

Im Herzen der Lüneburger Heide

In Bispingen befindet sich der Mittelpunkt der Lüneburger Heide, der Wilseder Berg. Mit seinen doch überschaubaren 169 Metern ist er bereits die höchste Erhebung der Region. Mitten im Zentrum der Lüneburger Heide habt ihr auf dem Wilseder Berg einen sagenhaften Ausblick auf die endlos weite Blütenlandschaft. Bei wolkenfreiem Himmel könnt ihr auf der Aussichtsplattform sogar die Spitzen der Hamburger und Lüneburger Kirchtürme erkennen.

Sonnenuntergang auf dem Wilseder Berg
Sonnenuntergang auf dem Wilseder Berg

Zauberhafte Aussicht bei Sonnenuntergang

Und nun habe ich noch einen absoluten (Noch-)Geheimtipp für euch: Wenn ihr den einzigartigen Moment mit Blick auf die Naturschönheiten der Heide ganz für euch allein haben möchtet, solltet ihr euch pünktlich zur Abendstunde in Richtung Wilseder Berg begeben.

Verfärben sich die Landschaften erst einmal im abendlichen Leuchten, könnt ihr euch vom malerischen Sonnenuntergang in den Bann ziehen lassen: Genießt mit Blick in alle Himmelsrichtungen die traumhafte Kulisse und die noch intensiver wirkenden Farben der Heide!

Allein mit der Schönheit der Natur

Der Sundowner auf dem Wilseder Berg hat bislang nur wenige Zuschauer, da kaum jemand bei Anbruch der Dunkelheit noch auf den Wanderwegen unterwegs ist. Schließlich müssen die letzten Meter des Berges, die für Heideverhältnisse doch recht anstrengend sind, erst einmal bewältigt werden – und beim Abstieg des hügeligen Gelände des Wilseder Berges wird es dann schon komplett dunkel sein.

Naja, es hat ja auch niemand gesagt, dass es einfach werden würde. Wer den Weg aber auf sich nimmt, wird mit einem fantastischen Naturschauspiel belohnt. Das wollt ihr euch bei eurer Wanderung auf dem Heidschnuckenweg doch nicht entgehen lassen, oder? Also: Taschenlampe einpacken und ab in Richtung untergehende Sonne!

360-Grad-Panorama auf dem Brunsberg

Panoramablick auf die Lüneburger Heide
Panoramablick auf die Lüneburger Heide

Wer den Heidschnuckenweg kennt, weißt es selbst: An landschaftlichen Highlights mangelt es hier nicht. Neben dem Wilseder Berg ist der Brunsberg mit seinen 120 Metern eine weitere landschaftliche Besonderheit in diesem Gebiet. Mit einer Fläche von 65 Hektar ist er sogar das zweitälteste Naturschutzgebiet des Landkreises Harburg.

Mit Blick in alle Himmelsrichtungen

Umgeben von Wäldern habt hier den wohl besten Panorama-Blick auf die Heidelandschaft. Von der freistehenden Bergkuppe aus bekommt ihr bei wolkenfreiem Himmel eine imposante 360-Grad-Aussicht: Schaut ihr in Richtung Süden, könnt ihr den Wilseder Berg und sogar den Heide Park erkennen. Richtet ihr den Blick nach Südwesten, erwartet euch die Turmspitze der Johanniskirche in Tostedt.

Die schönsten Heideflächen auf dem Heidschnuckenweg

Idyllisches Büsenbachtal

Die Lüneburger Heide ist voll mit beeindruckenden Heideflächen. Eine der schönsten Heideflächen findet ihr aber im Büsenbachtal bei Handeloh – ein magischer Ort, der Ruhe und Ausgeglichenheit ausstrahlt.

Durch das Büsenbachtal fließt, wie der Name es bereits verrät, der Büsenbach. Der Büsenbach ist eine sogenannte Bachschwinde. Dabei handelt es sich um ein besonderes Naturphänomen, bei dem das Gewässer im Untergrund verschwindet und einige Meter weiter wieder hervortritt.

Links und rechts vom Büsenbach stehen dunkelgrüne Wacholder, violette Heideblüten und silber-weiße Birken dicht an dicht in einem faszinierenden Farbzusammenspiel. Steigt ihr im Büsenbachtal auf den höchsten Hügel, der liebevoll „Pferdekopf“ genannt wird, habt ihr einen fantastischen Blick auf das idyllische Tal.

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Eine Wanderung durch das Büsenbachtal | Foto: ©Lüneburger Heide GmbH

Der mystische Totengrund

Wandert ihr von Wilsede in Richtung Südosten, steuert ihr auf den Totengrund zu. Keine Panik: So creepy der Name zunächst auch klingt, hier erwarten euch keine Spukgespenster – zumindest nicht, wenn man nicht an die alten Sagen glaubt (dazu unten mehr). Im Totengrund-Tal befindet sich eine weitere Heidefläche, die euch den Atem rauben wird.

Besonders zur Blütezeit im August habt ihr am Rande des Tals einen unfassbaren Blick auf das prächtig blühende Blütenmeer. Aber auch zu allen anderen Jahreszeiten ist der Totengrund einen Besuch wert.

Viele Wanderer entscheiden sich bewusst im Winter oder bei Nebel für eine Wandertour durch dieses Gebiet, da sich bei diesen Wetterverhältnissen das mystische, schon fast unrealistische Bild des Tals einstellt – eines der beliebtesten Fotomotive der Lüneburger Heide. Der Totengrund macht seinem Namen in der Hinsicht also doch alle Ehre. Habt ihr nicht auch Lust, diese gespenstische Kulisse mal live, statt nur auf Bildern zu erleben?

Woher hat der Totengrund seinen Namen?

Die Leichenzug-Theorie:
Früher wurden Tote in einem Leichenzug durch das Tal des Totengrundes transportiert, da die eigentlichen Straßen nicht dafür genutzt werden sollten. Der Sage nach, sollen die Geister der Toten das Tal nie verlassen haben.

Die Toteisblock-Theorie:
Nach der letzten Eiszeit taute ein riesiger, mit Sand überlagerter Toteisblock langsam ab. Das hinterließ eine Mulde und formte so das heutige Totengrund-Tal.

Die Meteoriten-Theorie:
Durch den Einschlag eines gewaltigen Meteoriten wurde zu dem Zeitpunkt alles Leben in diesem Gebiet ausgelöscht – zurück blieb nur der Totengrund.

Die Toter-Grund-Theorie:
Das Gebiet wurde von den Heidebauern aufgrund seines nährstoffarmen Bodens früher als „Toter Grund“ bezeichnet. Da es dort auch keine Gewässer gab, konnte weder Vieh- noch Feldwirtschaft betrieben werden.

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Das Tal des Totengrunds | Foto: ©Lüneburger Heide GmbH

Ohne Heidschnucken keine Heideblüten

Heidschnucken sind das Wappentier der Lüneburger Heide. Und der Heidschnuckenweg heißt nicht umsonst so: Während eurer Wanderung werdet ihr sicherlich mehreren gemischten Heidschnuckenherden begegnen.

Heidschnucken in der Lüneburger Heide
Heidschnucken in der Lüneburger Heide | Foto: ©Lüneburger Heide GmbH

Die Landschaftspfleger der Heide

Fun Fact: Heidschnucken haben schwarze Lämmer! Heidschnucken kommen mit schwarz gelocktem Fell zur Welt, das sich erst im zweiten Jahr zur typisch silbergrauen Farbe färbt.

Die Lüneburger Heide hat ihre Blütenlandschaft den niedlichen Tierchen zu verdanken. Heidschnucken fressen Schösslinge und kleine Pflanzen, sodass die Heidepflanze genug Platz zum Blühen hat. Andernfalls würde die Heide vergrasen oder verwalden und die Heideblüte verkümmern. Außerdem zertreten die Schnucken die Spinnennester zwischen den Heidepflanzen. So können die Bienen die Blüten unbeschwert bestäuben.

Noch eine wichtige Info: Trefft ihr bei eurer Wanderung auf Heidschnuckenherden, solltet ihr sie den Weg vollständig überqueren lassen und auch nicht versuchen sie zu streicheln! Da es sich hierbei um äußerst scheue Tiere handelt, sind sie sehr leicht zu verschrecken.

Wer hat Lust auf eine Wandertour?

Wenn ihr jetzt nach diesem Artikel auch auf den Geschmack des Heidschnuckenwegs gekommen seid, solltet ihr nicht lang warten. Der Qualitätswanderweg der Lüneburger Heide erwartet euch mit vielen landschaftlichen und kulturellen Highlights. Bucht euren Ausflug in die Lüneburger Heide und lasst euch ein Wandererlebnis auf dem Heidschnuckenweg nicht entgehen!

Beitragsbild: ©Lüneburger Heide GmbH

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